Es gab eine Zeit, in der ich die Bücher der US-amerikanischen Autorin Susan Mallery regelrecht verschlungen habe. Sie gehörte für mich fest in die Kategorie der „Must-Read-Autoren“. Doch irgendwann schlich sich bei mir das Gefühl ein, dass die Geschichten an Frische verloren. Die großen Überraschungen blieben aus und es machte sich ein gewisses „Kennt man eines, kennt man alle“-Gefühl breit.
Als ich vor einigen Tagen in der Buchhandlung stöberte, fiel mir „Der Buchclub am Strand“ sofort ins Auge. Zuerst sprach mich das sommerliche Cover an, und erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, dass das Buch aus der Feder von Susan Mallery stammt. Da ich nach längerer Pause wieder richtig Lust auf einen ihrer typischen Wohlfühlromane hatte, durfte das Buch kurzerhand mit nach Hause.
🌊 Drei Frauen, große Hürden und die Liebe zu Büchern
Bekommen habe ich genau das, was zu erwarten war: Eine klassische Feel-Good-Geschichte über drei Frauen, die jeweils mit ganz eigenen, vielfältigen Herausforderungen kämpfen. Die Themen reichen von Trennung und einem mutigen Neuanfang bis hin zur tiefen Selbstfindung.
Ein Satz im Buch beschreibt diese emotionalen Hürden besonders treffend:
„Ganz ehrlich: Elternschaft war der schwierigste Job schlechthin. Meistens glaubte sie, gut darin zu sein, aber im Moment zweifelte sie wirklich an sich selbst.“
Während die Protagonistinnen versuchen, ihr Leben neu zu ordnen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen, sind es vor allem ihre innige Freundschaft und die gemeinsame Liebe zu Büchern, die sie durch all diese Höhen und Tiefen tragen.
Ihren wunderbar bildhaften Schreibstil hat die Autorin zum Glück beibehalten. Dadurch wird man als Leserin schnell zu einem Teil dieses Buchclubs und kann sich intensiv in die Gedanken und Gefühle der Frauen hineinversetzen. Die Schauplätze wirken lebendig, die Charaktere echt und nahbar. Der Roman bietet damit die perfekte Kulisse, um für ein paar Stunden abzuschalten und den Alltag zu vergessen.
🔍 Ein Hauch von Routine und unerfüllte Erwartungen
Ein kleines Manko gab es für mich jedoch: Die Handlung verläuft leider sehr vorhersehbar, sodass Konflikte und persönliche Entwicklungen keine echten Überraschungen bereithalten – auch wenn das bei diesem Genre nicht zwingend dramatisch ist. Mehr gestört haben mich allerdings die ständigen Wiederholungen in den Gedankengängen der drei Frauen. Das wirkte mit der Zeit etwas ermüdend und nahm der Geschichte stellenweise die Dynamik.
Zudem hatte ich mir aufgrund des Titels deutlich mehr literarische Gespräche, mehr Fokus auf das eigentliche Buchclub-Setting und generell mehr Tiefe rund um das Thema Bücher erhofft. Hier blieb meine Erwartung leider unerfüllt.
Mein Fazit:
Alles in allem ist „Der Buchclub am Strand“ ein solider, schöner Wohlfühlroman, der sich wunderbar leicht und schnell weglesen lässt. Er hat mir nette Lesestunden beschert, mir aber gleichzeitig auch gezeigt, dass ich in meiner Susan-Mallery-Pause in den letzten Jahren nicht allzu viel Neues verpasst habe. Wer unkomplizierte Sommerlektüre sucht, macht hier definitiv nichts falsch!
📚 Das Buch im Überblick
Titel: Der Buchclub am Strand
Autorin: Susan Mallery
Genre: Feel-Good-Roman / Zeitgenössische Frauenliteratur
Verlag: HarperCollins Taschenbuch
Erscheinungsdatum: April 2026
Seitenzahl: 496 Seiten
ISBN: 978-3365012789