Ich musste tatsächlich erst 41 Jahre alt werden, um mir den Traum zu erfüllen, eine der größten Rockbands unserer Zeit live zu sehen.
Wobei „unsere“ Zeit schon etwas vermessen klingt, wurde die Band doch 1994 gegründet. Da war ich 10 und es sollte noch bis 2005 dauern, bis ich zum Fan wurde. Gut, in manchen Dingen war ich Spätzünder. Mit „Best of You“ traf die donnernde Stimme von Dave Grohl etwas in mir und spätestens mit dem ikonischen Video zu „The Pretender“ war ich hin und weg!
Laut schreiend mit klarer Stimme und Botschaft war das genau mein Ding. Über die Jahre kamen einige Favoriten dazu und das „Greatest Hits“ Album, welches ich 2020 gekauft habe, hat mich beim Sport so manches Mal nach vorn gepusht.

Nur live gesehen hatte ich die Band nie. 2011 – verdammt, ist das schon 15Jahre her? – habe ich zu lange gezögert und sie nicht in der Berliner Wuhlheide gesehen. Und dann kam lange keine neue Chance.
Letzten November gab es Karten bei Eventim und ich habe lange gezögert. Die günstigste, vernünftige Kategorie kostete knapp 125€ pro Karte und ich wollte ja nicht allein gehen. Wie wir jetzt wissen habe ich mir einen Ruck gegeben und 2 Karten gekauft. Nun hieß es Warten bis zum 01.07.2026.

Nach einem halben Arbeitstag und der Anfahrt aus Dresden, mit Zwischenstopp in Charlottenburg im Hotel, waren wir 17Uhr am Olympiastadion. Ich muss sagen, ich war schon überrascht, dass ich den Altersschnitt vor Ort eher gesenkt habe. Als mir später den Begriff „Dad-Rock“ unterkam fand ich es passend. Die Band, die Musik, aber eben auch ihre Fans sind gealtert – 32 Jahre sind eine lange Zeit. Dennoch sollte sich später zeigen, dass im Feiern immer noch alles drin ist.

Das herannahende Gewitter sorgte dafür, dass kurz vor Beginn das Innenfeld mit den Stehplätzen kurzfristig geräumt werden musste, was erstaunlich schnell und geordnet ablief. Als es nach einer Weile „Entwarnung“ hieß, füllte sich der Innenbereich dafür umso schneller.
Mit einer 40-minütigen Verspätung erklangen die ersten Takte von „All my life“ und das Stadion war erfüllt von Klang, Dröhnen und rotem Nebel.

Für die kommenden fast drei Stunden war der Rock los und die knapp 90.000 Fans (andere Quellen sagen 70.000) waren bester Laune. Es war laut, alle haben die großen und alten Hits nach Kräften mitgesungen, die Stimmung war ausgelassen aber zumindest auf den Rängen immer entspannt.
Als die Zugabe erklang, war es inzwischen dunkel geworden, die Lichtshow wich einem Feuerwerk und das Jubeln und Klatschen schien nicht aufhören zu wollen.

Es war vorbei, aber es war toll – diese Lieder, zusammen mit tausenden mitgesungen, die alten Männer auf der Bühne, davor und überall im Stadion.
Der Rückweg war – und das ist absolut erwähnenswert – war super organisiert, die BVG hat sich von der allerbesten Seite gezeigt.

Im Quartier angekommen sinnierte ich noch ein wenig: Mit 41 habe ich die Foo Fighters nun endlich live gesehen … und nun? Nun schauen wir mal, wen ich mit 42 so live sehe.