Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Lesen für einen guten Zweck

Die Autoren und ich

… so kann man die am 16.10.2013 stattgefundene Lesung in der JohannStadthalle Dresden am Besten umschreiben. Drei Autoren lasen für eine gute Sache, denn alle Einnahmen des Abends werden der Kindertagesstätte „JONA“ zu Gute kommen. Diese Kindertagesstätte wurde bei dem großen Hochwasser im Sommer diesen Jahres hier in Dresden schwer beschädigt und braucht Hilfe.

Drei Dresdner Autoren haben an diesem Abend ihre Bücher vorgestellt. Drei unterschiedliche Menschen, die vollkommen unterschiedliche Bücher schreiben und doch auf einer Wellenlänge liegen. Die junge Fantasy-Autorin Josefine Gottwald, die Autorin für Gegenwartsliteratur mit einem Schuss Romantik Emilia Licht und der Krimiautor Frank Goldammer sollten den Abend unvergesslich machen.

Ich hatte das große Glück, alle der schon vorher in einem Cafe treffen zu dürfen, mit ihnen zu reden und sie zu interviewen. Es war eine sehr entspannte Atmosphäre, die sich den ganzen Abend fortsetzte.

Eine halbe Stunde vor dem geplanten Beginn der Lesung waren wir vier dann am Veranstaltungsort. Die Minuten zur Lesung vergingen geschäftig, es wurde ein Soundcheck gemacht, Freunde und Bekannte begrüßt die den Weg in die Stadthalle gefunden hatten. Rückblickend würde ich fast sagen, dass ich als Zuschauer nervöser war als die Autoren – oder die drei konnten es besser verstecken als ich.

Der Raum füllte sich langsam. Etwa 30 Zuhörer – darunter auch zwei Jugendliche wie ich erfreut feststellte – nahmen gespannt Platz und warteten auf das, was kommen würde.

Kurz nach 19 Uhr ging es dann endlich los. Tilo Rother vom Verein JohannstadtHalle e.V. und Veranstalter dieser Lesung begrüßte die anwesenden Gäste und sprach ein paar einleitende Worte. Danach wurde der „Staffelstab“ an Emilia Licht übergeben, die gekonnt und fesselnd ein paar Worte zum Sinn und Zweck dieser Lesung fand, ihre Autorenkollegen sehr sympathisch vorstellte und schon jetzt die im Anschluss geplante Versteigerung erklärte.

Alle drei Autoren stellten sich zur Verfügung, um im Anschluss für die Wohnzimmerlesung versteigert zu werden. Eine herrliche Idee, wie ich finde, und natürlich würde ich mir den Spaß nicht entgehen lassen und mitbieten. Ob ich Glück haben würde?

Der nächste, der zum Zuge kam war Frank Goldammer. Aber nicht um zu lesen – sondern erst einmal, um Josefine Gottwald anzukündigen. Das Küken unter den Autoren des heutigen Abends, die mit 14 Jahren ihr erstes Buch geschrieben hat und als Studentin den Weg nach Dresden fand und hier geblieben ist.

Josefine Gottwald
Josefine Gottwald

Josefine Gottwald las aus ihrem Buch „Die Krieger des Horns“, einer mittlerweile dreiteiligen Serie, deren vierter Teil im nächsten Jahr, so verriet sie den Zuhörern, erscheinen soll. Es wird aber auch, und der Stolz darauf war ihr anzuhören, ein Hörbuch geben.

Als Josefine anfing den ersten Band der Reihe zu schreiben, war das Ganze  eigentlich eher als Pferdegeschichte gedacht. Das merkt man dem Buch auch an, denn Pferde spielen eine sehr große Rolle. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass Josefine Pferde liebt. Während des Schreibens hatte sie aber, da sie zu dem Zeitpunk auch Vampirgeschichten sehr mochte, die Idee eine Fantasygeschichte daraus zu machen und ich finde, das war eine sehr gute Idee.

Frank hörte, wie der Rest des Publikums, gespannt zu, als Josefine Gottwald mit kraftvoller Lesestimme, die so ganz anders klingt als wenn sie „normal“ redet, eine spannende Textpassage aus ihrem Buch vortrug. Mal stimmgewaltig und laut, mal sanft und leise – ganz dem Rhythmus des Textes angepasst. Die Belohnung dafür: Gespannte Stille und am Ende Applaus der Gäste.

Doch damit war ihr Auftritt noch nicht beendet. Josefine stellte Emilia Licht vor. Eine sehr charmante und liebenswerte Autorin, deren Bücher in die Rubrik „Frauen“ eingeordnet werden können. Sie wurde an dem Abend bei der Vorstellung als „lieb, aufgeschlossen und gefühlvoll“ beschrieben – etwas, das ich uneingeschränkt genauso unterschreiben würde. Denn genau so habe ich sie an dem Tag kennen gelernt.

Josefine erzählt, dass sie „Von Mauern und Flammen“ selbst gelesen hat und dass ihr das Buch sehr gut gefallen hat. Damit war der Wechsel von Fantasy zur Gegenwartsliteratur vollzogen und Emilia Licht betrat die kleine Bühne mit dem Stehpult, über das sie sich zum Anfang sehr gefreut hatte. Denn sie mag es nicht, zu Lesen während sie in Plüschsesseln versinkt.

Der Roman „Von Mauern und Flammen“ beginnt zur Zeit des Mauerfalls 1989 und setzt sich über etwa 15 Jahre fort. Ein emotionsgeladenes, teilweise romantisches Buch, aus dem sie uns den Prolog und eine weitere Szene vorstellt. Auch das Buch konnte fesseln und begeistern, so sehr, dass ich mir in der anschließenden Pause das Buch kaufen und natürlich signieren lassen „musste“ – ich will einfach wissen wie die Geschichte, in der neben Prag und Dresden auch Potsdam, Berlin und Weimar Handlungsorte sind, weitergeht.

Emilia Licht
Emilia Licht

Die Pause wurde von allen Anwesenden genutzt, um sich frisch zu machen, etwas zu trinken und mit den drei Autoren, die keinerlei Berührungsängste haben, ins Gespräch zu kommen.

Nach der Pause ging es spannend weiter. Emilia stellte Frank Goldammer vor, den einzigen waschechten Dresdner Autor des heutigen Abends. Ein ganzer Kerl, der mit seiner Präsenz den ganzen Raum ausfüllt. Der aber auch, obwohl er es bestimmt nicht hören bzw. lesen will, ein ganz lieber und sympathischer Typ ist, den ich unter „zum Pferde stehlen geeignet“ einordnen würde. Sein Metier sind Krimis, aber er schreibt auch Mystery und Postapokalyptische Romane genauso wie Kurzgeschichten. Die sind sein wahres Steckenpferd.

Frank stellte „Revierkampf“ vor – seinen neuesten Krimi, der erst in diesem Sommer erschienen ist. Witzig und lautstark las er die Szene, in der eine Leiche gefunden wurde. Denn, so begründete er seine Wahl, auf der Kriminale wurde ihm gesagt „ … wenn Du nicht weißt was Du lesen willst, dann lies etwas mit einer Leiche“.

Aber das Highlight kam für mich und wahrscheinlich für viele andere auch, mit der Lesung seiner Kurzgeschichte „Gestatten: Kunst“. Die hatte er erst in den letzten Tagen geschrieben und die Zuhörer kamen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus, selbst der Autor musste lachen. Aber auch mir ging es so  und ich hab grad Lach-Muskelkater. Vielen Dank, Frank.

Nach dieser wunderbaren Lesung war es soweit – die Gebote für die Versteigerung konnten auf einen Zettel geschrieben werden, welcher eingesammelt wurde. Während das passierte, standen die Autoren Rede und Antwort und stellten sich den Fragen.

Ein Gast der Lesung brachte das auf einen Punkt, was sicherlich viele dachten und meinte zum Abschluss der Fragerunde

Frank Goldammer
Frank Goldammer

„Ich finde sie alle drei spitze!“

Dann war es soweit – die Ergebnisse waren bekannt und Emilia Licht übernahm es, die glücklichen Gewinner bekannt zu geben.

Josefine Gottwald wurde von einem Vater mit seinen beiden Töchtern ersteigert, Frank Goldammer von einem Herrn und Emilia Licht …. die wird mich zu Hause besuchen und für mich und meine Freunde lesen. Ich freue mich sehr darüber, dass ich Glück hatte 🙂

Ein wunderbarer Abend ging zu Ende. Ein paar Minuten blieben wir noch, plauderten und lachten, ehe sich alle ganz happy, zufrieden aber auch total müde, in verschiedene Richtungen zerstreuten.

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One thought on “Lesen für einen guten Zweck

  1. Hach das klingt toll … jetzt muss ich ja doch mal schauen, ob ich von dem ein oder anderem nicht was kleines finde, was mich anspricht ^^

    *drück*

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