Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Literaturfest in Meißen 2014

Seit 2009 gibt es das größte Open-Air-Lesefest Deutschlands – nur wenige Kilometer von mir entfernt. Aber erst in diesem Jahr habe ich es geschafft, dabei zu sein.

Im ersten Jahr der Veranstaltung kamen  ca. 8.500 Besucher auf das Fest, im Jahr 2012 waren es schon stolze  17.000 Gäste. In diesem Jahr gab es über 250 Veranstaltungen in der historischen Altstadt von Meißen, auf der Albrechtsburg und in Kirchen. Bereits im letzten Jahr wollte ich so gern dabei sein, damals wurde das Fest wegen des Hochwassers der Elbe abgesagt. Auch in diesem Jahr machte mir persönlich das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es war einfach zu heiß an den Tagen, an denen das Fest stattfand.

So entschied ich mich, nur an sehr wenigen der von mir ausgesuchten Veranstaltungen teilzunehmen. Schließlich wollte ich meinen Bauchzwerg und mich nicht permanent der Hitze und Schwüle aussetzen.

Eine Lesung „Jüdische Märchen“ stand am Freitagabend in der Urban-Kirche in Meißen auf dem Programm.  Die Kulisse war herrlich, die Vorleserin ganz  in ihrem Element und so vergingen die 45 Minuten Lesezeit wie im Flug. Es war interessant, amüsant und auch ein Stück weit Gesellschaftskritisch. Der typische jüdische Humor kam bei den gelesenen Texten mehr als deutlich raus und machte mir Lust darauf, mehr zu lesen.

Eigentlich war auch geplant am Samstag rauszufahren und wenigstens ein oder zwei Lesungen „mitzunehmen“, doch dann entschieden wir uns, doch erst Sonntag Meißen wieder einen Besuch abzustatten.

Drei Lesungen standen am Sonntag bei mir auf dem Programm – alle drei zum Glück nacheinander und alle drei auf der Lesebühne am Markt. Den Anfang machte für mich und meine Begleitung Frank Goldammer. Er stellte zuerst sein Buch „Feldwebel: Die elfte Plage“ vor und begeisterte damit Markus, der sich anschließend über ein signiertes Buch sehr freute. Aber Frank stellte nicht nur dieses Buch vor – sondern er las auch drei lustige Texte. Zwei davon aus dem Buch „45 Gründe sich lachend das Leben zu nehmen“ und man mag es kaum glauben: mit diesen Texten erntete er wesentlich mehr Applaus und Begeisterung als für Feldwebel. Aber die Kurzgeschichten sind auch der Hammer und ich hoffe ja, dass es bald einen zweiten Band davon gibt.

Nach Frank Goldammer eroberte die Dresdner Autorin Christine Sylvester die kleine Bühne, die in der prallen Sonne stand und nur mit einem kleinen Sonnenschirmchen geschützt wurde. Eine schweißtreibende Angelegenheit – nicht nur für die Autoren, sondern auch für die Zuhörer, die auf den Bänken vor der Bühne Platz genommen hatte.

Christine Sylvester stellte ihr Buch „Schattenleben“ vor – einen Titel, den ich bereits gelesen habe und sehr mag. Ein Buch hatte ich in der Tasche und lies es dann für eine liebe Freundin signieren. Und auch wenn ich die gelesenen Szenen schon kannte, ich lauschte gern und entdeckte auch beim 3. Mal wieder neue Details der Geschichte.

Die dritte Lesung, auf die ich mich besonders freute, war die wohl heißeste Premierenlesung – bei 35 Grad las Ivo Pala aus seinem neuesten Werk „H2O – das Sterben beginnt“. Spannend, leicht verwirrend und gut geschrieben – es machte Spaß zu zuhören. Besonders gefreut hatte ich mich, dass der Büchertisch, welcher an der Bühne aufgebaut war, dieses Buch anbot. Und das, obwohl der offizielle Erscheinungstermin erst am 17. Juni ist.

So konnte ich aber das Buch, liebevoll signiert von Ivo Pala, mit nach Hause nehmen.

Mit dieser Lesung war der Ausflug nach Meißen beendet – der Körper fordert sein Recht und so wollten wir alle einfach nur noch nach Hause – zurück ins scheinbar Kühle.

Ich werde garantiert nicht das letzte Mal auf dem Literaturfest in Meißen gewesen sein. Nur hoffe ich, dass es im nächsten Jahr nicht ganz so heiß sein wird.

Lesung

Did you like this? Share it:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*