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Suchet und so werdet ihr finden … Teil 4

Dresden

…. wann hat das mal ein Ende??

Wohnungssuche in Dresden … manchmal frage ich mich, ob die Wohnungsmakler, Immobilienhaie und ähnlich geartete Berufe ein Vertrag mit den Herstellern von Haarfärbemitteln haben?

Wenn ich mich so im Spiegel betrachte wundere ich mich auch, dass ich nicht schon grau oder gar schlohweiß geworden bin in den letzten Wochen und Monaten. Das grenzt fast an ein Wunder.

Seit dem Fiasko mit der Wohnung, die wir vor dem Urlaub schon sicher geglaubt hatten – eine Wohnung in der wirklich alles stimmte – mussten wir von Neuem anfangen zu suchen.

Wieder hieß es, die Immobilienanzeigen für Dresden im Internet zu durchforsten, auf allen möglichen Seiten nach Wohnungen zu suchen, die sich anzuschauen lohnen. Wieder schrieben wir die Makler und Immobilienbüros an, mit der Bitte um Terminvereinbarung.

Was mich brennend interessiert ist die Antwort auf die Frage: WARUM werden Bitten um Kontaktaufnahme per E-Mail ignoriert? WARUM wird stattdessen angerufen? Und WARUM verlaufen 5 von 10 Anfragen grundsätzlich im Sande? WARUM ist der Mietinteressent dann nicht einmal eine Antwort wert? Selbst wenn käme „Sorry, die Wohnung ist bereits vergeben“ wäre das immer noch besser als totgeschwiegen zu werden.

Nach dem wir wieder stundenlang vor den Rechner gesessen hatten, das für und wider einiger Angebote abgewägt und uns für einige interessant klingende Wohnungen entschieden hatten, folgten erneut etliche Terminvereinbarungen. Sechs waren es an der Zahl – zwei davon wurden kurzfristig abgesagt weil sich von der vorherigen „Besichtigungsrunde“ Interessenten für die Wohnung entschieden hatten. So blieben für uns ganze 4 Stück zum anschauen.

Zwei davon an einem Tag und es war wie Himmel und Hölle, wie Feuer und Eis, wie schwarz und weiß.

Die erste Besichtigung – irgendwo im Stadtteil Löbtau, eine Gründerzeitviertel mit schönen Altbauten. Als wir vor dem Gebäude ankamen, wartete dort schon eine ganze Menschentraube. Irgendwie beschlich uns der dumpfe Verdacht, dass alle wegen der einen Sache hier waren – wegen der einen Wohnung die es zu besichtigen gab. Ich zählte bestimmt 3- oder 4-mal durch – es blieb immer bei dem einen Ergebnis: 17 ½ Personen wollten sich – zusätzlich zu uns beiden – diese eine Wohnung anschauen. 17 Uhr sollte die Besichtigung losgehen, alle waren in gespannter Erwartung pünktlich erschienen und warteten nur auf eine Person: den Makler. Dieser kam mit etwa 10 Minuten Verspätung, trotzdem aber gemütlichen Schrittes. Ein Möchtegern-Macho mit gegeelten Haaren, der es auch nicht nötig hatte, sich bei irgendeinem der wartenden Interessenten für die Verspätung zu entschuldigen. Er begrüßte wahllos die Wartenden – „vergaß“ dabei den ein oder anderen; verteilte Exposes und stellte dann fest, dass diese nicht reichten.

Von anderen Maklern war ich es mittlerweile gewöhnt, das man nach dem Namen gefragt wird bei der Begrüßung um dann in einer Liste einen Haken hinter seinen Namen zu bekommen. Hätte er das gemacht wäre ihm mit Sicherheit etwas Gravierendes aufgefallen. Seine Exposes hätten gereicht, wenn er nur „seinen“ Interessenten je eines ausgehändigt hätte und nicht auch denen des zweiten Maklers. Ein zweiter Makler, der zur gleichen Zeit eine Besichtigung in der gleichen Wohnung hatte. OK, der Fairness halber muss man sagen, dass es nicht exakt die gleiche Zeit war, sondern eigentlich 15 Minuten später – doch da die Dame pünktlich war, tauchte sie nur kurz nach „unserem“ Macho auf.

In zwei Gruppen wurden wir dann durch die noch bewohnte Wohnung geführt. Ich hoffe inständig, dass die junge Mutter die mit ihrem Kleinkind und zwei Katzen dort wohnt, ihr Baby an dem Abend zu Ruhe bringen konnte. Stress pur – sowohl für die Bewohner als auch für uns.

Wir waren in Gruppe Nummer zwei und während wir warteten kamen wir mit einem Amerikaner mittleren Alters ins Gespräch. Jeff – so nennen wir ihn mal – suchte eine Wohnung weil er aus beruflichen Gründen nach Dresden ziehen würde und wusste ebenfalls interessante und schockierende Geschichten über seine Wohnungssuche zu berichten. Unsere fand er aber noch ein wenig extremer.

Dann war es auch für uns soweit. 10 Personen stiefelten die Treppen nach oben. Ganz unterschiedliche Menschen – jung und alt, Frauen und Männer, allein oder als Paare. Alle mit dem einen Ziel: ein neues zuhause zu finden. Während Markus zusammen mit 4 anderen in die Wohnung rein durfte, war vor meiner Nase plötzlich Schluss und wir wurden gebeten, vor der Türe zu warten, da die Wohnung zu voll sei. Welch Wunder. Also stiefelte Markus ohne mich durch die Wohnung, kam nur Minuten später wieder raus und fast wortlos stiefelten wir die Treppe hinunter. Vor dem Haus der zweite Makler mit noch mal 6 Interessenten. Wir waren erschüttert und sprachlos. Hauptsächlich wegen der Menge an Leuten die hier an dem Tag durchgeschleust wurden und, obwohl wir ja einiges gewohnt waren, auch über das Verhalten des Maklers. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die Wohnung gar nicht schlecht war, geräumig, interessant geschnitten und mit fast allem, was wir wollten. Ein anderer freut sich sicher, sie zu bekommen – wir wollten nur weg.

Gemeinsam mit Jeff, der sich an dem Tag, genau wie wir, noch eine Wohnung im Stadtteil Blasewitz anschauen wollte, fuhren wir los und ließen die Episode hinter uns. Im Kopf die Frage „Was kommt gleich auf uns zu?“.

Wir hielten in einer ruhigen Straße, vor einer schönen Altbau-Villa und außer uns „nur“ noch 5 weitere Interessenten. Ein Makler, der auf die Minute pünktlich war und kompetent rüber kam, wenn auch erst auf den zweiten Blick. Er nahm gerade einmal 4 Personen mit in die Wohnung, vertröstete die Anderen aber freundlich. Wir betraten eine sehr geräumig anmutende Wohnung, hell und freundlich. Dazu noch schön geschnitten. Das Highlight war ein alter Kachelofen im Wohnzimmer und das Bad mit dem puren Luxus sowohl eine Dusche als auch eine Badewanne zu besitzen. Ein Zuhause! So empfanden wir beide es auf Anhieb und waren uns, ohne zu diskutieren, einig, dass wir genau diese Wohnung wollten und uns darauf bewerben würden.

Am Auto kam noch einmal Jeff auf uns zu. Mittlerweile wussten wir auch, dass er Pfarrer der freien evangelischen Gemeinde ist. „Ich bete für Euch, dass ihre Eure Traumwohnung findet“ sagte er und fügte lächelnd hinzu „vielleicht ja sogar diese.“ Mit diesem Segen fuhren wir an diesem Abend nach Hause und schickten zügig alle Bewerbungsunterlagen zum Maklerbüro.

Zwei Tage später dann kam der Anruf und die feste Zusage, dass wir die Wohnung bekommen. Aber: Da es das gleiche Immobilienbüro war wie beim ersten Reinfall hatten wir beide so unsere Zweifel und schauten uns in den folgenden Tagen noch zwei weitere Wohnungen an. Beide waren vom Grundriss her grundsätzlich nicht übel. Aber die eine, für die wir extra am Samstag früh zeitig aus dem Bett krabbelten, hatte so starke, aber flache Dachschrägen, das wir 90 % unserer Möbel nicht hätten unterbringen können. Diese fiel also aus. Die andere Wohnung am Anfang dieser Woche hatte zwar riesige Stellflächen, aber dafür nur ein recht kleines Bad und das ohne WC. Das war in einer kleinen Kammer hinter einer gerade mal 1,80 cm hohen Tür – ein absolutes No-Go für uns.

Heute abend war es dann soweit: Wir unterschrieben im Immobilienbüro den Mietvertrag. 12 Seiten Vertragswerk in 3facher Ausfertigung. Nur: mitbekommen haben wir kein Exemplar. Alle drei Ausfertigungen gehen nun erstmal an die Hausverwaltung und müssen da noch gegengezeichnet werden.

Wie es jetzt weiter geht? Ob wir die Traumwohnung nun wirklich haben? Das wird wohl der 5. (und hoffentlich letzte) Teil dieser Serie klären. Aber erstmal ab in die Drogerie unseres Vertrauens – Haartönung kaufen.

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One thought on “Suchet und so werdet ihr finden … Teil 4

  1. Jeah, endlich endlich endlich *knuddeldrückflausch*

    Und um deine Haare mach dir keine Sorgen, so eine adlige weiße Strähne steht auch dir *ihre eigene versteck*

    bis bald

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