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Tage wie diese von Maureen Johnson, John Green und Lauren Myracle

Drei Autoren- drei Liebesgeschichten. Sie vereinen sich hier in diesem Buch.

Verbunden sind die Geschichten nicht nur zeitlich (sie spielen am Heiligabend und dem ersten Weihnachtsfeiertag), sondern auch räumlich (alle landen irgendwann im Waffelhaus am Rande von Gracetown). So begegnet man dabei immer wieder den gleichen Nebencharakteren. Im kleinen Gracetown selber kennt sich sowieso eigentlich jeder gegenseitig.

Seit Jahren zieht mich das hübsche Cover dieses Romans an. Bisher kam ich jedoch nie dazu „Tage wie diese“ in meine Weihnachtsleseliste aufzunehmen. Nun war es jedoch so weit.

Jede der Geschichten ist natürlich anders. Alle sind in sich abgeschlossen, bilden aber am Ende ein größeres Gesamtbild. Alle haben mir gefallen, auch wenn es hier und da ein paar Kritikpunkte gibt. Besonders gut hat mir die Liebe zum Detail gefallen mit der die drei Autoren ihre Geschichten miteinander verbinden. Der stets lockerleichte Stil verbindet außerdem, auch wenn da drei ganz unterschiedliche Autoren am Werk waren.

Obwohl die Geschichten alle an Weihnachten spielen, ist dies hier dennoch kein typischer Weihnachtsroman. Man kann zwar die Kälte des Schneesturms regelrecht fühlen, aber wirklich weihnachtliche Stimmung strahlen die Geschichten nicht aus. Und das hat mich kein bisschen gestört! Das Buch ist witzig, romantisch und einfach schön zu lesen. Der flapsige Erzählstil der jeweiligen Ich-Erzähler ist authentisch und lässt die Seiten nur so dahin schmelzen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

In der ersten Geschichte „Der Jubilee-Express“ von Maureen Johnson wird der jungen Jubilee das Weihnachtsfest verdorben. Alle ihr Pläne sind hinfällig, weil ihre Eltern an Heiligabend verhaftet werden und sie die Feiertage nun bei den Großeltern verbringen soll. Klar, dass sie davon nicht begeistert ist…

Und da lag auch schon mein größtes Problem bei dieser Geschichte. Ich weiß, dass Amerikaner ein anderes Verständnis von Reisestrecken haben, aber das erschien mir einfach unsinnig.

Jubilees Eltern werden bei einer Massenschlägerei verhaftet, während sie versuchen ein begehrtes, limitiertes Sammlerstück für ein Weihnachtsdekodorf zu erwerben. Da es bei diesen Verkaufsveranstaltungen schon des öfteren Probleme gab, will der Richter nun ein Exempel statuieren und lässt alle in U-Haft verbleiben. Durchaus verständlich.

Dennoch sind die Eltern ja keine Schwerverbrecher und es ist zu erwarten, dass sie nach Weihnachten bald wieder freigelassen werden. Warum dann ihre verantwortungsvolle, vernünftige und immerhin schon sechzehnjährige Tochter unbedingt in einen Zug nach Florida nur für die Feiertage steigen muss, erschließt sich mir nicht. Es ist bereits später Nachmittag am Heilgen Abend. Es herrscht ein Schneesturm, weswegen keine Flüge mehr gehen. Die Zugfahrt von Richmond nach Florida ist eine Strecke von über 1000 km. Selbst unter besten Bedingungen lohnt es sich nicht die Nacht über zu fahren, nur am dann am nächsten oder spätestens übernächsten Tag wieder die ganze Strecke zurückzufahren.

Und beste Bedingungen herrschen nicht. Die Ostküste versinkt in einem Schneesturm. Das weiß jeder. Und auch, dass Züge nicht immun gegen das Wetter sind. So kommt es wie es kommen muss und der Zug bleibt stecken. Das hätte man sich eigentlich denken können.

Ich würde mein Kind ja lieber Zuhause in Sicherheit wissen, auch wenn es dann Weihnachten selbst vielleicht alleine verbringen muss (obwohl es einen festen Freund mit netter Familie hat, bei der sie eh schon eingeladen ist, jede Menge anderer Freunde und nette Nachbarn). Mir erschließt sich der Reisegrund überhaupt nicht und dieser grundlegende Logikfehler störte mich leider ziemlich.

Gut, wäre Jubilee nicht in den Zug gestiegen, dann hätten wir auch nichts zu lesen gehabt. Sie selbst fand ich sehr sympathisch, ihre Erzählweise witzig und angenehm. Ich gebe allerdings zu, dass ich einige ihrer Verhaltensweisen nicht so ganz nachvollziehen konnte (immerhin das hat sie ja offenbar mit ihren Eltern gemein). Dennoch fand ich ihre Weiterentwicklung und die sich zart anbahnende neue Beziehung wirklich lesenswert. Die Grundidee rund um das Flobie-Weihnachtsdorf hat mir zudem gut gefallen.

Die zweite Geschichte „Ein cheer unglaubliches Weihnachtswunder“ von John Green bietet absolute Gute Laune-Garantie. Eindeutig hat sich der Autor hier an den typischen Achtziger Jahre-Komödien orientiert und das macht einfach Spaß.

In dem steckengebliebenen Zug befindet sich auch eine ganze Meute Cheerleader, die sich ebenfalls (wie Jubiliee) vom kalten Zug in das nah gelegene Waffelhaus retten. Eine Offenbarung für die drei jungen Kellner!

Um die Konkurrenz nicht zu sehr zu erhöhen treffen sie eine Vereinbarung. Jeder von ihnen hat einen Anruf um Freunde mit dazu zu laden. Die Gruppe, die dann als Erste mit dem gewünschten Gegenstand (das Spiel Twister, bzw. ein Fass Bier) im Waffelhaus auftaucht, darf bleiben (und flirten). Kellner Keon ruft seine besten Freunde Tobin, JD und den Herzog an, die alle drei gerade einen Filmmarathon veranstalten. JD und Tobin sind sofort Feuer und Flamme, der Herzog weniger. Was soll sie als Mädchen mit einem Haufen Cheerleader anfangen? Aber sie kommt dennoch mit.

Das Wettrennen zum Waffelhaus, obwohl nur einige Meilen entfernt, wird im Schneesturm zum großen Abenteuer und einem richtig kleinen Road Trip. Das macht einfach Laune und ich habe mich dabei großartig amüsiert!

In „Der Schutzheilige der Schweine“ von Lauren Myracle verbringt Addie eine schreckliche Woche und ein schreckliches Weihnachtsfest. Durch ihre Schuld kam es zur Trennung von ihrem Freund Jeb und zu einem Versöhnungstreffen tauchte Jeb nicht auf.

Also verbringt sie die Zeit trauernd auf ihrem Zimmer bis eben doch ein kleines Weihnachtswunder geschieht.

Wir als Leser wissen natürlich, dass Jeb mit in den Zugunfall verstrickt war und im Waffelhaus stecken geblieben ist. Und dass er verzweifelt versucht Kontakt mit seiner Freundin aufzunehmen. Addie weiß das natürlich nicht und so lässt sie die Beziehung zu Jeb nochmal vor ihrem geistigen Auge wiederaufleben.

Addie selbst ist allerdings leider nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie ist kein schlechter Mensch, aber leider ziemlich oberflächlich und egoistisch. Dadurch ging sie mir doch des Öfteren ziemlich auf die Nerven, auch wenn klar wird, dass zu einer Trennung immer zwei gehören und man natürlich nur dann ein besserer Mensch werden kann, wenn man vorher nicht perfekt war. Nach und nach tat mir Addie dann immer mehr leid. Der Tag nach Weihnachten hat es wirklich in sich für sie und sie kann gar nichts dafür.

Ihre Geschichte hat für mich von allen dreien den meisten weihnachtlichen Charme, obwohl sie die Einzige ist, die zum größten Teil eben nicht an Weihnachten spielt. Sie geht aber wirklich zu Herzen und hat mich sehr gerührt.

Schön fand ich auch, dass hier noch einmal alle Beteiligten aufeinander treffen. So sorgt „Der Schutzheilige der Schweine“ für ein rundes und abschließendes Ende des gesamten Romans.

Fazit: Ich bin begeistert von den drei ineinander greifenden Liebesgeschichten und hatte jede Menge Spaß mit diesem winterlichen Roman!

Daten:
Autor: Maureen Johnson, John Green und Lauren Myracle
Titel: Tage wie diese
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Arena (4. Juni 2014)
ISBN: 978-3401506593
Empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre

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