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Türchen 10: Eine Weihnachtsgeschichte

Hinter dem heutigen Türchen verbirgt sich etwas ganz besonders – und es gibt auch etwas zu gewinnen 🙂 Meine Kollegin Antje Strauch hat eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, in der weihnachtliche Titel versteckt sind. Insgesamt 23 sind es – Titel und Fragmente aus dem Text. Na, findet ihr die Titel?

Was soll ich ihr schenken? (von Antje Strauch)

Alle Jahre wieder kam Weihnachten völlig überraschend für Robert. Plötzlich war da ein weißer Winterwald, sobald man aus der Stadt heraus fuhr. Die Kinder drückten sich die Nasen am Fenster platt und hofften: „Lass es schnei‘n!“ Dann vergnügten sie sich mit Schneemannbaun und Schneeballschlacht. An allen Geschäften hingen bunte Schilder mit Aufschriften wie „Wir wünschen ’ne frohe Weihnacht!“. Und Robert hatte schon wieder kein Geschenk für Jana. Vor einem Jahr hatte er in letzter Minute am 24. Dezember eine Flasche Parfüm erstanden. Doch er hatte genau gesehen, dass Janas Freude nur gespielt war. „Oh, es riecht gut!“ hatte sie mit ein wenig zu viel Enthusiasmus verkündet. Diesmal wollte er alles richtig machen. Als er nach Hause kam, war Jana überraschend fleißig gewesen. „Hier riecht es ja wie in der Weihnachtsbäckerei!“ Robert gab ihr einen Kuss. Jana küsste ihn voll Leidenschaft zurück, und wenn sie beide nicht aufpassten, würden die Kekse wohl verbrennen. Da fiel Robert wieder das Geschenk ein. „Ich muss noch was arbeiten“, log er seine Frau an. Es tat ihm sehr leid, so viel Heimlichkeit gab es sonst nicht zwischen ihnen. Noch lange verfolgten ihn ihre traurigen Augen. Im Nebenzimmer packte er seine Werkzeuge aus, dann wurde es eine sehr stille Nacht für ihn.

Bald war Heiligabend. Robert sah sich stolz in der geschmückten Wohnung um. Wie festlich es doch aussieht, wenn am Weihnachtsbaume die Lichter brennen, dachte er. Er schielte zu Jana hinüber. Er konnte es kaum noch erwarten, dass sie sein Geschenk auspackte. Vorfreude, schönste Freude – erst jetzt verstand er so richtig, was dieser alte Spruch wirklich bedeutete. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, neckte er sie. „Hast du denn auch brav gefolgt?“ Jana sah ihn an, als würde sie aus einem Traum erwachen. „Oh du fröhliche!“, stammelte sie. „Ich… ich muss noch mal weg. Die Arbeit…!“ Und schon war sie zur Tür hinaus. Robert schaute ihr verdattert hinterher. Es wird schon gleich dunkel, dachte er, konnte ihr Chef sie nicht einmal zu Weihnachten in Ruhe lassen?

Am nächsten Tag tanzten vorm Fenster viele kleine Schneeflöckchen, Weißröckchen, die vom Himmel hoch herunterfielen. Robert gab Jana einen Kuss. „Sieh doch – leise rieselt der Schnee!“ Endlich war es Zeit für die Geschenke. Jana nahm das große, liebevoll verpackte Paket und wickelte das Papier ab. Robert setzte sich neben sie. Gemeinsam blätterten sie Seite für Seite des Fotoalbums um, das er an so vielen Abenden gestaltet, geklebt, beschriftet und gebunden hatte. Die Fotos zeigten Jana und ihn, manchmal auch ihre Eltern oder ihre Freunde, und Erinnerungen an viele Momente, die sie bereits vergessen hatten, kehrten zurück. Als er jetzt Janas strahlende Augen sah, wusste er, dass all die Mühe nicht umsonst gewesen war. Dann packte Robert Janas Geschenk aus. Als er die Box schließlich öffnete, fing er aus vollem Halse an zu lachen. Von wegen Arbeit! Da hatte jemand gestern Abend ganz offensichtlich noch ein Geschenk in letzter Minute erstanden. Jana war den Tränen nah. „Es tut mir leid, wir hatten so viel zu tun auf Arbeit…“ Robert nahm sie in den Arm. „Ach was, das ist doch nicht schlimm! Lass uns froh und munter sein.“

Ein paar Stunden später rannten sie beide wie aufgescheuchte Hühner durch die Wohnung und versuchten noch schnell, etwas Ordnung zu machen. „Sind die Lichter angezündet?“ fragte Jana, während Robert damit beschäftigt war, das benutzte Geschenkpapier im Mülleimer zu verstauen. Da klingelte es auch schon. „Macht hoch die Tür!“, rief es von draußen, und Jana beeilte sich, der Aufforderung nachzukommen. Eltern und Schwiegereltern standen schwer bepackt im Flur, wünschten „Guten Abend, schön Abend!“ und „Fröhliche Weihnacht überall!“ Schlagartig war die Wohnung von Gelächter erfüllt. Wenn man auch manchmal seine liebe Not mit der Verwandtschaft hatte – etwas anderes als Weihnachten in Familie konnte Robert sich einfach nicht vorstellen.

Alle bewunderten sein Fotoalbum. Irgendwann später fragte seine Mutter ihn in aller Unschuld: „Was hat Jana denn eigentlich dir geschenkt, mein Junge?“ Robert ließ sich Zeit mit der Antwort. Dann verkündete er: „Sie hat mir soviel geschenkt, dass ich es gar nicht alles auf einmal tragen kann!“ Dabei grinste er zu Jana hinüber. Damit war zum Glück die allgemeine Neugierde befriedigt, und das Gespräch wandte sich wieder anderen Themen zu. Robert aber schmunzelte in sich hinein.

Er würde doch niemals verraten, dass Jana ihm zwei dieser Geschenkboxen mit einem Schlips und dazu passenden Socken geschenkt hatte.

*** GEWINNSPIEL ***

Na, habt ihr alle Titel gefunden? 23 müssten es insgesamt sein. Wenn ihr die Titel gefunden habt, dass schreibt mir bitte bis zum 16. Dezember eine Mail mit den gefundenen Titel an katjas.buecherundrezepte@gmail.com.

Unter allen Einsendungen mit den meisten Titel verlose ich als

  1. Preis
    ein Taschenbuch „Der Weihnachtswald“ von Angelika Schwarzhuber
  2. Preis
    die ersten 3 Bände der „Hexe Eli“- Reihe aus der Feder von Kristina Günak
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One thought on “Türchen 10: Eine Weihnachtsgeschichte

  1. Liebe Katja!
    Hier die Titel, die ich gefunden habe.

    Alle Jahre wieder
    In der Weihnachtsbäckerei
    Stille Nacht
    Morgen kommt der Weihnachtsmann
    Oh du fröhliche
    Macht hoch die Tür
    Fröhliche Weihnacht überall
    Schneeflöckchen, Weißröckchen
    Vom Himmel hoch
    Leise rieselt der Schnee

    Vielen Dank für die Mühe, die du dir immer machst.
    Ich liebe deinen Adventskalender
    Liebe Grüsse
    Claudia

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