Der Roman begann für mich mit einem sehr gelungenen Prolog und ließ so schon erkennen, wie schwierig es die Protagonisten haben werden.
Es ist eine Erklärung an das hohe Gute der Freundschaft und die Liebe und ob es zusammenpasst.
Als Leserin habe ich mich in Mailand, ja in Italien allgemein sehr wohlgefühlt. Mailand in der Nachkriegszeit, jeder und jede müsste sich erstmal neu einordnen, manchmal freiwillig, manche mussten sich unterordnen. Manche stehen oben manche unten. Dies zu verbinden und eine stimmige Geschichte zu schreiben, gelingt dem Autor gekonnt. Man liest sich im Buch fest und in die kleinen Episoden, in die Gesellschaft der damaligen Zeit, einfach wunderschön geschrieben. Ein Roman über eine bekannte Familie und eine unheimlich starke Frau. Nichts ist einfach und nichts kann erzwungen werden und man muss nichts tun, um jemanden zu gefallen. Das Buch muss gelesen werden.
Besonders gelungen finde ich die gut ausgewählten Zitate am einigen Stellen am Kapitelanfang.
Lieblingsstellen:
Seite 24 „Du darfst nur nie denken, dass die anderen stärker sind. Hörst du? Das Leben serviert uns nichts auf dem Silbertablett, also müssen wir kämpfen. Sonst kommen wir nirgendwohin.“
Seite 307 „Er stand mit der Welt auf Kriegsfuß – und mit sich selbst. Ein Spiegel meiner eigenen Zerrissenheit.“
Seite 581 „Vielleicht sind Freunde die bessere Familie. Manchmal stand man Menschen, die man sich aussuchen konnte näher als den eigenen Blutsverwandten.“
Teil 2
Valeria
Seite 120 „Vielleicht war es das, was Erwachsenwerden bedeutete: sein Herz nicht mehr auf der Zunge zu tragen. Das Gegenteil dessen zu sagen, was man dachte. Bis man nicht wusste, was man fühlte.
Teil 4 Dieser Teil war für mich sehr emotional. Die gemeinsame Zeit von Valeria, Tonino und Piero, interessant und herzlich dargestellt und dann der Blick zurück. Voller tiefer Gefühle. Folgendes Zitate trifft für mich das Buch zu und spiegelt so sehr Valeria wieder. Seite 307 „Er stand mit der Welt auf Kriegsfuß – und mit sich selbst. Ein Spiegel meiner eigenen Zerrissenheit.“
Auch Piero verstehe ich, er ist nicht frei, sondern muss den vorbestimmten Weg einschlagen.
Seite 81 „… dass Liebende sich selbst verloren, weil sie ihr Herz nicht den Menschen schenkten, der ihre Gefühle erwiderte, sondern dem, der es stahl wie ein Dieb in der Nacht, so dass sie unaufhörlich darum kämpfen mussten, es zurückzubekommen. Für jeden, der sich nach Liebe sehnte, als könntet sie ihn ganz machen, gab es einen anderen, der vor ihr floh, als könnte sie ihn in tausend Stücke zerbrechen.“
Mein Dank geht an das Team von lovelybooks.de und den Fischer Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar. Und natürlich an den Autor für dieses wundervolle Buch, ich habe für mich einen neuen Autor entdeckt.
Daten:
Autor: Daniel Speck
Titel: Villa Rivolta
Herausgeber: FISCHER
Erscheinungstermin: 25. Februar 2026
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 608 Seiten
ISBN: 978-3758700316