Anja Beyer … Interview-Reihe Autorensofa

Der Steckbrief

Name: Anja Saskia Beyer
Sternzeichen: Steinbock
Homepage: www.Anja-Saskia-Beyer.com

Mein Lieblingsbuch …. Das eine gibt es nicht, es gibt so viele schöne Bücher
Mein Lieblingsfilm  ….  Auch den gibt’s nicht wirklich. Jenseits von Afrika, dänische und französische Filme….
Mein Lieblingsessen ….Vietnamesisch, am liebsten wie bei Monsieur Vuong in Berlin
Mein Lieblingstier ….   Kamele
Meine Lieblingsstadt …Accra, Ghana, hier kann man in eine andere Welt eintauchen
Mein Lieblingsland ….Botswana, überhaupt Länder in Afrika
Mein Lieblingsgetränk …Spritz Aperol

Ergänze bitte den folgenden Satz:
TV-Serien sind
…. Toll, um dafür zu schreiben
Ich schreibe (Dreh)Bücher  …. weil ich Dialoge, Wortwitz und emotionale, humorvolle  und spannende Geschichten liebe
Motivation ist für mich ….eine Deadline, der Wunsch, Leser oder Zuschauer gut unterhalten und berühren zu wollen. Das Wissen, wie viele Fernsehzuschauer das dann sehen 🙂

Was fällt dir spontan und ohne groß nachzudenken, zu folgenden Begriffen ein?
Zukunft
– soll spannend bleiben
Vergangenheit – war schön
Gegenwart – ich bin gerade sehr glücklich

10 Fragen an Anja Beyer

Katja: Erzähl uns erst einmal etwas über Dich. Wer steckt hinter dem Menschen Anja Saskia Beyer? Was bewegt Dich? Was macht Dich glücklich und was macht Dich traurig?

Anja: Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und leide mit, wenn es anderen schlecht geht. Traurige Schicksale, Misshandlungen, vor allem an Anja Beyer_2Kindern, an Menschen, die vor dem Schrecken des Krieges fliehen müssen, machen mich wütend und ich verstehe oft die Welt nicht mehr.

Ich bin glücklich, frei zu sein, vor allem auch mit meiner Arbeit als Autorin. Ich bin glücklich, einen tollen Mann und zwei tolle Jungs zu haben. Bin also allein unter Männern.  🙂

Katja: Du bist ja für mich quasi eine „Neuentdeckung“ als Autorin und ich kenne weder Dich noch Deine Bücher. Kannst Du mich neugierig machen? Warum sollte man unbedingt ein Buch von Dir lesen?

Anja: Weil ich berührende, große Themen anpacke, die Frauen bewegen, sie humorvoll und gefühlvoll erzähle.

In „Himbeersommer“ geht es um das Thema Kinderwunsch, das viele Frauen betrifft. Ich habe es amüsant, aber auch bewegend verpackt. Es geht um Nora, die unbedingt ein Kind will, es von ihrem Partner aber nicht haben kann und nach einer anderen, unkonventionellen Lösung sucht – und schließlich eine verrückte Idee hat, die sie in einen ganz schönen Schlamassel bringt.

In „Liebe Dich – immer“ hat die junge Emma etwas sehr Verstörendes erlebt, hat das Vertrauen in Männer und die Liebe verloren. Dann begegnet sie an der Uni dem Surfer Ben, der eine große Anziehungskraft auf sie ausübt. Aber auch Ben hat ein Geheimnis, das aufwühlt, das es ihm schwer macht, zu lieben. Emma muss sein Geheimnis herausfinden, sonst können beide nicht glücklich werden …

Am 1. Dezember erscheint bei Knaur „Liebes Herz“, mein Herzensprojekt, in dem es um beste Freundinnen geht, um den unfassbaren Tod einer der Freundinnen, deren Geheimnis, das es aufzuklären gilt. Um Zurückgelassene, um ein Tabuthema, das keines mehr sein sollte. Es geht aber auch um Träume, um das Leben, das es jede Sekunde zu genießen gilt, um die große, schicksalhafte Liebe. Alle Themen will ich hier noch nicht verraten. Aber vielleicht habe ich ja ein wenig neugierig gemacht? Auf der Coverrückseite wird stehen: „Ein Roman wie eine wohltuende Umarmung – herzergreifend, gefühlvoll, tröstlich“

Ach ja und Anfang nächsten Jahres erscheint ein gefühlvoller Mutter-Tochter-Roman, der auf Mallorca spielt. Hier geht es um Mutterliebe, die nicht da ist, und die Frage nach dem Warum? Warum kann meine Mutter mich nicht so lieben wie andere Mütter ihre Töchter lieben? Milla forscht nach, in ihrer Familiengeschichte, und stößt dabei auch auf die ganz besondere Geschichte Mallorcas. Es gibt also demnächst endlich wieder sehr viel zu lesen von mir. Die längere Pause resultierte daraus, dass Knaur meinen zweiten Roman gekauft hat und der erst knapp zwei Jahre nach Vertragsabschluss erscheint. Die sind aber jetzt zum Glück bald vorbei 🙂

Katja: Du schreibst ja nicht nur Liebesroman – einen hast Du bereits veröffentlich, der zweite erscheint am Ende des Jahres – sondern auch Drehbücher. Gibt es in der Art des Schreibens einen Unterschied?

Anja: Oh ja, es sind wirklich zwei ganz unterschiedliche Schreibarten. Ich muss mich jedes Mal wieder umpolen. Am Anfang war das Romanschreiben ganz schön anders. Drehbuch schreibe ich ja schon seit 1996, also seit 19 Jahren (Oh mein Gott!).

Katja: Was fällt leichter zu schreiben? Ein Drehbuch für eine Folge einer Serie oder ein Buch?

Anja: Es ist beides etwas ganz Besonderes. Schließlich sitzt in mir ja auch noch die Dramaturgin, die alles in Frage stellt. Fast finde ich es leichter, einen Roman zu schreiben. Bei einer Serie muss man exakt auf den Figuren sitzen. Aber beides macht riesigen Spaß, jedes auf seine Weise.

Katja: Welche der Serien, für die Du schreibst, gefällt Dir selbst besonders gut? Bist Du ein „Serien-Junkie“ oder schaut man, wenn man Anja Beyer_3Drehbücher schreibt, nicht mehr so viel TV?

Anja: Der bayrische Quotenrenner „Dahoam is dahoam“ gefällt mir im Moment besonders gut, weil ich dafür schreibe und aber auch weil es mit Herz und Liebe erzählt wird. Dort fühlt man sich dahoam.

Ich bin erstaunlicherweise kein Serien-Junkie. Aber ich schaue natürlich die Serien, für die ich aktuell schreibe, damit habe ich genug zu tun.

Katja: Kannst Du mir den Unterschied zwischen einer Dialogautorin, Drehbuchautorin, Dramaturgin, und einer Storylinerin erklären?

Anja: Bei einer täglichen Serie ist die Arbeit der Drehbuchautorin aufgeteilt in Storylinerin und Dialogautorin. Sonst würde man das gar nicht schaffen.

Bei einer wöchentlichen Serie schreibt die Drehbuchautorin Storyline/Exposé/Treatment und Dialogbuch alles in einem.

Eine Dialogautorin bekommt die Storylines (oder auch Outlines genannt) per mail nach hause geschickt und schreibt das Dialogbuch. Also hübsche Szenen mit Regieanweisungen und Dialogen. Dafür hat man meist eine Woche Zeit. Egal ob es eine Folge einer halben Stunde, oder einer dreiviertel Stunde ist. Mehr nicht. Das kann manchmal ganz schön eng werden. Dafür schreibt man meist eine Fassung, danach geht der Script-Editor noch mal drüber. (den gibt’s auch noch, das ist quasi der Dramaturg bei einer wöchentlichen Serie)

Als Drehbuchautorin entwickelt man also die Geschichte/Story von Anfang an alleine (oder zu zweit, wenn man ein Team ist), schreibt ein Exposé, ein Treatment, das Drehbuch. Alles von einer Person. Und natürlich alles in mehreren Fassungen, da es viele Menschen gibt, die dazu Anmerkungen schreiben. Das Ganze zieht sich meist über Monate.

Eine Dramaturgin bekommt dann das Drehbuch, so war es bei mir bei „Der Lindenstraße“ und bei „Für alle Fälle Stefanie“. Sie macht die Anmerkungen, schreibt teilweise auch um, macht die Regiesitzungen, Produktionsbesprechungen etc. Also auch eine Creative Producerin, um Dich noch mehr zu verwirren 🙂

Eine Storylinerin ist Teil eines Storyteams bei einer täglichen oder wöchentlichen Serie. Zusammen mit anderen entwickelt sie Geschichten, schreibt sie als Storylines auf.

War das jetzt so einigermaßen verständlich? Ich hab schon jede Variante gemacht. Storyliner, Dialogautor, Dramaturgin, Script-Editorin, Drehbuchautorin.

Katja: Als Autorin weiß der Leser ja mitunter, wer hinter der Geschichte steht. Wenn man Drehbücher schreibt, ist das in der Regel nicht der Fall. Ist es besser „anonym“ zu schreiben oder ist der Kontakt mit dem Leser für Dich wichtig?

Anja: Als Drehbuch/Dialogbuchautor/Storyliner steht man im Abspann, ist also auch nicht anonym. Da dieser aber immer so schnell durchsaust, irgendwie doch ein bisschen. Nur der bei der Lindenstrasse lief der Abspann etwas langsamer. Da haben meinen Namen dann schon einige gesehen.

Ich mag den Kontakt mit den Lesern sehr, also schreibt mir gerne auf facebook oder auf meiner Homepage, ich freue mich!

www.Anja-Saskia-Beyer.com
www.facebook/AnjaSaskiaBeyer

Katja: Dein Buch „Himbeersommer“ wurde auch ins Englische übersetzt. Ist man stolz auf seinen Erfolg, wenn das eigene Buch in eine andere Sprache übersetzt wird und somit auch im nicht-deutschsprachigen Raum gelesen werden kann?

Anja: Oh ja schon. Es spielt in der englischen Version in New York, nicht in Berlin und wenn man mal sein Englisch ein wenig auffrischen möchte, ist es auf für Deutsche eine gute Alternative.

Katja: Warum „Himbeersommer“? Wie bist Du auf diese Titel gekommen und was war beim Schreiben zuerst da? Die Geschichte? Der Titel?

Anja: Zuerst gab es die Geschichte, die ich eigentlich erst als Fernsehfilmexposé entwickelt hatte. Ich dachte, es würde auch einen schönen Frauenroman abgeben und wird dann vielleicht sogar eher verfilmt. Ich habe also noch Hoffnung, ihn irgendwann mal als TV-Movie zu schreiben und zu sehen.  🙂

Dann gab es das Cover, nur der Titel fehlte noch. Zusammen mit einer meiner besten Freundinnen und meinem größeren Sohn habe ich gebrainstormt und wir kamen auf den Titel „Himbeersommer“. Er sollte ein positives Gefühl vermittlen (ich habe auch Werbespsychologie studiert, das kam da wohl durch J Schnell wurde die Himbeersiedlung in den Text integriert, nur das Cover hat leider keine Himbeeren mehr verpasst bekommen. Aber dafür sagt es einiges über Noras Zwiespalt zwischen zwei Männern aus und das Kinderthema wird mit dem Stofftier-Schaf ja auch schön deutlich. Mir gefällt es immer noch.

Katja: Und zu guter Letzt: Mein Blog befasst sich neben Büchern auch mit meiner zweiten großen Leidenschaft, dem Kochen. Hast Du vielleicht ein Lieblingsrezept, das Du mir und damit auch den Lesern des Blogs verraten würdest?

Anja: Da ich leider keine begnadete Köchen bin (zum Leidwesen meines Mannes, deshalb gehen wir oft essen J) habe ich nur einen Himbeercocktail für dich. Aber der ist auch sehr lecker und passend zum Himbeersommer oder einem schönen Freundinnenabend.

Danke für die interessanten Fragen, es hat Spaß gemacht 🙂 Hier kommt die Himbeer-Mojito-Bowle:

Himbeer-Mojito-Bowle!! mmmhmmm…

Man nehme:
500 g Himbeeren (tiefgekühlt)
1/4 Flasche weißer Rum
etwas Himbeersirup
einige Stiele Minze
1 Flasche Wasser
2 Flaschen Sekt

Man lege 250g Himbeeren mit der Minze und einem Schuß Himbeersirup über Nacht in Rum ein. (Tipp: Die Minze in ein Teeei, damit man sie am nächsten Tag entfernen kann, wenn sie nicht mehr so hübsch aussieht). Am nächsten Tag, mit dem Mineralwasser und den 2 Flaschen Sekt, sowie den restlichen Tiefkühlhimbeeren auffüllen.

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