Darf ich bitten – Deutschsprachige Autoren im Interview – Michelle Schrenk

Im Rahmen der Aktion „Darf ich bitte – deutschsprachige Autoren im Interview“ lerne auch ich immer wieder neue Autoren für mich kennen. Autoren, die in der Masse sonst untergehen, weil man weder ihre Namen noch die Bücher kennt. Aus dem Grund freue ich mich derzeit über jedes Interview, das ich lesen kann.

Mir steht heute Michelle Schrenk Rede und Antwort. Eine Autorin von Kinderbüchern und Romanen und es war einmal mehr ein interessantes Gespräch. Aber lest selber:

Katja: Wie charakterisierst Du Dich selbst? Was meinst Du, welche Charaktereigenschaften mag Deine Familie, Dein Freundeskreis am meisten an Dir?

Michelle Schrenk: Oh das ist aber schwer. Sich selbst zu beschrieben ist nicht leicht. Mmm, ich würde sagen, ich bin hilfsbereit und ehrlich. Obwohl mein Mann gerade beim Frühstück meint (habe ihn einfach mal gefragt) das ich ein großes Herz habe. Also, das ist doch mal ein liebes Kompliment. 🙂 Zugegeben ich bin ziemlich gefühlsduselig. Manchmal heule ich sogar bei Werbespots.

Katja: Was ist für dich der perfekte Tag?

Michelle Schrenk: Leckeres Frühstück mit Brötchen, Obst, Müsli und Kaffee. Dabei lustig plaudern und dann einfach etwas mit der Familie unternehmen.

Ein Tag am See oder am Meer zum Beispiel ist wunderschön. Ich liebe das Meer. Leider komm ich viel zu selten hin.

Katja: Du hast zwei Kinderbücher geschrieben, die sich mit den abenteuerlichen und geheimnisvollen Geschichten von Nürnberg und Umgebung beschäftigen, welche Du kindgerecht erzählst. Wie bist Du auf diese Idee gekommen? Was hat Dich dazu inspiriert?

Michelle Schrenk: Die Idee flatterte mir eines schönen Abends wieder in meinen Kopf.

Bestimmt auch deswegen, weil mein Mann und ich eine Zeit lang in Spanien gelebt haben. Dort hatte ich manchmal wirklich Sehnsucht nach zu Hause, nach unseren Familien und Freunden, Bratwüsten und dem alten Nürnberg. Dazu kommt es, dass ich schon immer von alten Sagen und Geheimnissen fasziniert bin. Sie helfen uns, die Geschichte auf eine ganz andere Art und Weise zu sehen. Und so kam auch letzten Endes die Idee zustande. Ich wollte ein Buch für Kinder bzw. für die ganze Familie schaffen, dem es gelingt, die Geschichten der Stadt auf abenteuerliche Weise zu erleben und lebendig zu machen. Zusammen mit meiner Freundin Mel Bartolomä-Mühle ist uns das hoffentlich  auch ganz gut gelungen.

Katja: Könntest Du Dir vorstellen, komplett das Genre zu wechseln und etwas ganz anderes zu schreiben? Krimis und Thriller zum Beispiel?

Michelle Schrenk: Ich sag niemals nie. Ich denke, man kann es nicht beeinflussen was für eine Geschichte einen in den Kopf flattert. Wer weiß…

Ich weiß nur, dass ich bei Horror wohl viel zu viel Angst hätte. Ich lese es gerne, aber wenn ich es selbst schreiben würde  – ich weiß nicht – wahrscheinlich würde ich nie wieder ohne Licht schlafen können. 🙂

Michelle Schrenk_Schreibtisch

Katja: Dein Buch „Unter halbblauem Himmel“ ist eine Geschichte von Träumen, Gefühlen, der großen Liebe und längst vergessenen Wünschen. Also kein Kinderbuch, sondern eher ein Roman für Erwachsene. Wie bist Du auf diese Geschichte gekommen?

Michelle Schrenk: Schon vor vielen Jahren hatte ich die Geschichte von Lena und Robin im Kopf. Bis alles rund war, hat es allerdings noch etwas gedauert. Doch der Grundgedanke, eine Geschichte von Mut, Freundschaft, und der zweiten Chance im Leben zu verfassen, lag mir schon sehr lange am Herzen.

Katja: Das Buch enthält Songs von Gabriel Strack. Wie bist Du auf die Idee gekommen, das Buch mit Songs zu kombinieren? Musstest Du beim Verlag und Interpreten viel „Überzeugungsarbeit“ leisten? Was ist von diesen Liedern Dein Lieblingslied und welche Art von Musik hörst Du sonst gern?

Michelle Schrenk: Das Gabriel und ich uns gefunden haben, war absolutes Glück. Oder vielleicht sollte es auch einfach so sein. Seine Stimmte hat mich beim Schreiben immer wieder inspiriert. Sie löst einfach etwas in mir aus. Transportiert so viele Gefühle. Die Chemie zwischen uns hat gleich gestimmt. Daraus ist diese Buch und dieser wundervolle Song entstanden. Inzwischen sind wir beide richtig gute Freunde geworden.

Was ich selbst gerne höre. Natürlich Gabriel Strack, aber auch Gregor Meyle, Andreas Bourani oder Ed Sheeran. Ich liebe einfach Lieder, die mich berühren und ans Herz gehen. Aber auch in die Charts spitze ich, ist doch klar. Im Moment tanze ich ziemlich oft mit meiner Tochter zu Pitbull ft. Kesha – Timber. Und sie steht total auf Christina Stürmer „Millionen Lichter“.

Katja: Was ist einfacher – Bücher für Kinder zu schreiben oder für Erwachsene? Welcher Lesergruppe ist in Deinen Augen „anspruchsvoller“ und schwerer zufrieden zu stellen?

Michelle Schrenk: Ach, das kann ich gar nicht so sagen. Ich denke das Leser im Allgemeinen anspruchsvoll sind. Und das sollen sie auch sein. 🙂 Denn sie holen das Beste aus uns Autoren heraus.

Katja: Gibt es bei Dir langgehegte Wünsche, die Du im Laufe der Jahre einfach „vergessen“ hast? Welche waren das?

Michelle Schrenk: Ich muss sagen – ich habe momentan wirklich großes Glück. Ich habe eine Familie, die ich sehr liebe. Meine kleinen Monster, die mich auf Trab halten und ich konnte mir den Traum erfüllen, Bücher zu schreiben. Es gab sicher Zeiten, da war es anders und mein Himmel war halbblau, da ging es mir um es genau zu sagen wie Robin. Aber momentan bin ich einfach glücklich und dankbar.

Katja: Auf Deiner Homepage schreibst Du, dass Du der Möglichkeit „“Ich bau mir die Welt, wie sie mir gefällt“, von Pippi Langstrumpf mit Haut und Haaren verfallen bist. Wenn Du Dir die Welt genauso bauen könntest – wie würde diese Welt aussehen?

Michelle Schrenk: Ganz ehrlich, bunt und verrückt. Total gerne hätte ich einen magischen Spiegel, um einfach schnell von einem Ort zum anderen zu reisen. Auch einen Zeitumkehrer wie Hermine ihn bei Harry Potter besitzt wäre ab und an nicht schlecht. Genauso wie ihre Handtasche, in die man so viel packen kann wie man will. Und so ein kleines freches Sams im Schrank wäre sicherlich auch recht witzig. Aber am wichtigsten wäre es mir, das alle Menschen respektvoll miteinander umgehen. Das man sich gegenseitig hilft. Meine Welt gefällt mir dadurch, dass ich meine bunte Familie habe.

Katja: Was machst du beruflich neben dem Schreiben? Und wie entspannst Du Dich?

Michelle Schrenk: Ich habe lange Zeit in einer Werbeagentur gearbeitet. Aber momentan bin ich Mama. Mein Sohn ist ja jetzt erst acht Wochen alt und meine Tochter ist vier. Immer wenn es die Zeit zulässt, schreibe ich. Viel Zeit zum Entspannen bleibt nicht. Allerding liebe ich es, mit meinen Hunden rauszugehen oder ich lese selbst ein gutes Buch.

Katja: Wenn du als Kind gefragt wurdest, was du mal werden willst, was hast du geantwortet? Stand Dein Berufswunsch schon immer fest oder hast Du Umwege eingeschlagen, ehe Du ans Ziel gekommen bist?

Michelle Schrenk: Also ganz zu Anfang wollte ich unbedingt Olympiastar werden. Aber auch das Schreiben hat wirklich immer einer Rolle gespielt. Mein Erstes Buch verfasste ich in einem Schulheft und es hieß „Die Reise einer Spinne“. Ich glaube Schreiben war wirklich immer mein Traum. Eine Zeitlang hatte ich es nur vergessen.

Katja: Was war das erste Buch, das du selbst gelesen hast, an das Du Dich noch bewusst erinnern kannst?

Michelle Schrenk: Es sind so viele Bücher, die ich verschlungen habe. Bestimmt auch, weil mein Papa mit mir jedes Wochenende in die Bibliothek gegangen ist. Bewusst erinnere ich mich allerdings an „Das Sams“ von Paul Maar. Diese Bücher sind einfach genial.

Katja: Welches Kinderbuch würdest Du Deinen Kindern in die Hand drücken, um damit ihre Leselust zu wecken?

Michelle Schrenk: Die Sams Bücher von Paul Maar. Und unbedingt „Harry Potter“, ich liebe diese Bücher. Auch „Drachenreiter“ von Cornelia Funke ist ein wundervolles Buch. Ich liebe auch Michael Ende. „Die Unendliche Geschichte“ oder sehr witzig: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“. Und ein Klassiker den ich auch nicht vergessen will: „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler.

Katja: Was machst Du, wenn Dir mitten am Tag, wenn Du vielleicht mit dem Auto oder mit Freunden / Familie unterwegs bist, Ideen auf Dich einströmen? Hast Du immer ein Notizbuch griffbereit?

Michelle Schrenk: Ja unbedingt. Und wenn kein Blatt irgendwo rumliegt, habe ich zum Glück immer mein Handy griffbereit. Da tippe ich dann sofort in das kleine Notizfeld.

Katja: Wie entdeckst Du „Buchneuheiten“ für Dich? Stöberst Du stundenlang im Buchladen; lässt Du Dich beraten oder verlässt Du Dich auf Empfehlungen von Freunden?

Michelle Schrenk: Beides. Ich stöbere gerne, lasse mich aber auch beraten oder bekomme Tipps von Freunden. Ich bin in Buchgruppen bei Facebook, dort tummeln sich auch Unmengen toller Autoren, die man im Buchladen nicht findet. Ich lese den Klappentext und wenn es mich packt dann, lese ich drauf los. Es gibt so viele tolle Geschichten.

Katja: Wenn man Dich eine Nacht in einen Buchladen einsperren würde und Du dürftest Dir so viele Bücher aussuchen, wie Du tragen kannst – in welcher Abteilung würdest Du anfangen und welche Bücher würdest Du am nächsten Morgen mit nach Hause nehmen?

Michelle Schrenk: Oh. Das wäre was!!! Ich glaube ich würde durch jede Abteilung jagen 🙂

Katja: Und zum Schluss: Gibt es schon ein neues Projekt und wenn ja, magst du uns noch etwas darüber erzählen?

Michelle Schrenk: In meinem Kopf sind viele Ideen. Lasst euch überraschen. Vielleicht kommt schon was zu Weihnachtszeit.

 

Als Abschluss hat Michelle hier noch einen kleinen Steckbrief für uns:

Hallo, ich bin Michelle Schrenk.
Ich wohne in der Nähe von Nürnberg, im kleinen barocken Allersberg.
Mein Sternzeichen ist Wasserman und ich bin an einem Rosenmontag geboren.
Musik die mich berührt, bereitet mir Gänsehaut.
Nudeln könnte ich jeden Tag essen.
Kaffee brauche ich unbedingt in der früh um wach zu werden.
Zwiebeln zu schneiden kann ich gar nicht leiden.
Wenn ich Angst habe singe ich ganz laut.
Bücher zu lesen liebe ich genauso wie gute Filme oder Serien.
Meine Lieblingsfarbe ändert sich immer wieder, aber das schönste braun haben die Augen meiner Tochter.
Ich liebe die Sonne und besonders schwimmen gehen.
Manchmal brauche ich etwas Hektik um wieder in Fahrt zu kommen.
Ich liebe den Geruch von meinen Hunden, finde die Ohren riechen nach Salami.

Bin so glücklich das ich schreiben kann und ich jeden Tag aufs Neue so liebe Menschen kennen lerne die ich nicht mehr missen will. Denn jeder einzelne macht meinen Himmel blau.

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2 Responses to Darf ich bitten – Deutschsprachige Autoren im Interview – Michelle Schrenk

  1. Huhuuu, ach was ein tolles Interview :). Jetzt komm ich endlich mal zum Lesen. Hihi der Wunschpunsch, das war was, das hab ich auch geliebt..Lippels Traum war auch sowas. Und woa Nürnberg, da komm ich ja auch aus der Nähe, ob Kinderbücher oder nicht, ich glaub, die will ich mal lesen, dass macht bestimmt riesig Spass.

  2. Jenny sagt:

    Ein wirklich tolles Interview!
    🙂
    Wie Katja schon sagte, bei unserer Aktion lernen wir so viele „neue“ Autoren kennen, entdecken so viele neue Bücher für uns.
    Ich finde, wir haben dort etwas wirklich tolles auf die Beine gestellt!

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