LoveLetter-Convention – der Sonntag

Der zweite Tag der LLC begann – für Susanna und mich – sehr holprig. Es fiel uns schon schwer, aus dem Bett zu krabbeln und loszumachen. Das holprige begann dann erst. Zuerst wieder 20 Minuten Laufzeit zur S-Bahn. Da dort die Bahn schon stand und der Bäcker noch nicht auf hatte, stiegen wir frohen Mutes ein. 7 Minuten später sollte er losfahren … 15 Minuten wurden es dann. Und Susanna wurde immer müder. Nachdem die S-Bahn dann endlich losgefahren war, kamen wir nicht sonderlich weit. Unterwegs hielt der Zug im Bahnhof und stand und stand und stand. Eine Information, warum wir stehen? Warum wir nicht weiterfahren? Fehlanzeige. Leider. Erst ein Mitfahrer klärte uns, kurz bevor es dann endlich weiterging, auf: es gab in Biesdorf einen Polizei- und Notarzteinsatz. Aber das war noch nicht alles … der Zug hielt wieder und wir mussten von der S-Bahn auf die U-Bahn umsteigen.

Aber irgendwann hatten wir es geschafft – landeten auf dem Alexanderplatz wo wir nach einem kurzen Stopp bei Dunkin Donuts mit der Straßenbahn weiter zur Convention fuhren.

Dort startete mein Tag mit einem Meet & Greet, diesmal mit Emily Bold. Sie signierte mir mein Buch und verriet uns, dass gleich ein Bulle aufgebaut werden würde – Bullenreiten stand heute als Highlight auf dem Programm.

Ich blieb den ganzen Tag über im Garten, beobachtete die Teilnehmer und Autoren beim Bullenreiten, schwatzte mit der ein oder anderen Teilnehmerin und war beim Meet & Greet von Poppy J. Anderson, Karin Lindberg, Kristina Günak und Bianca Iosivoni dabei.

Emily Bold (hinten) und Kris Alice Hohls (vorne)

Ein Highlight des heutigen Tages war mit Sicherheit die Eichhörnchen-Mama, die mitten auf der Convention dafür sorgte, dass es ihren kleinen Schützlingen gut. Ich war dabei, als die kleinen gefüttert wurden und habe mich prompt in diese kleinen, hilflosen Tiere verliebt.

Um 11 Uhr stand ein Interview mit der Autorin Anne Barns auf dem Programm, dass sich sehr lustig und für mich überraschend gestaltete. Bekam ich doch zum Abschied neben einem gemeinsamen Bild noch ein signiertes Buch und ein Glas Apfelbutter überreicht. Darüber freute ich mich natürlich riesig.

Ab 12 Uhr … vier Stunden vor dem Beginn – gingen doch tatsächlich schon die ersten zur Aula nach hinten, um ja einen guten Platz für die Signierstunde zu ergattern. Und damit sind wir bei dem Thema, dass mir fast die gesamte Convention verleitet hatte.

Denn die Signierstunde war beides zu gleich: der blanke Horror, aber auch eine wunderbare Erfahrung.

Wie fang ich am besten an? Vielleicht mit der Entscheidung der Orga, diesmal den Rollstuhlfahrern und den Menschen auf Krücken keine Sonderrechte einzuräumen. Durften diese das letzte Jahr noch zuerst in die Signierstunde rein, gab es diesmal eine andere Lösung. Warum? Weil es letztes Jahr dumme, egoistische Menschen gab, die sich beschwert haben, mussten Menschen mit Handicap mit den Massen quasi sein. Unter anderem meine Freundin Susanna, die schon im Vorfeld Angst hatte. Angst davor, eine Spastik zu bekommen, Panik zu bekommen … Ein paar superliebe Mädels (leider weiß ich die Namen nicht) nahmen Susannas Schild und als sie rein durften, schob auch ich Susanna in die Aula. Reihe A war unser Ziel – hier wollte Susanna drei Bücher habe, ich hatte mir eines ausgesucht. Bei Kristina Günak und Amy Baxter war die Welt noch in Ordnung, einigermaßen zumindest. Bei Cora Cormack stellte ich mich dann für Susanna an, musste ein wenig warten und dann passierte das Unglück. Susanna bekam keine Luft mehr, ein Asthmaanfall … und wir mussten ganz schnell raus. Ich bat das Mädel hinter mir, mir für Susanna das Buch zu besorgen, packte den Rollstuhl und brachte sie raus. Mario, der superliebe Security-Mann und heimlicher Star der LLC war schnell an unserer Seite und dann auf die Sanitäter.

Und dann … dann wurde es doch noch wunderbar. Immer wieder wurden wir von Teilnehmern gefragt, wie es Susanna geht. Immer wieder kam die Frage, ob man ihr etwas Gutes tun konnte. Immer wieder wurde uns angeboten, die gewünschten Bücher noch zu holen, mitzubringen. Und das wurde tatsächlich auch gemacht. Zum Schluss hatte Susanna alle Bücher, die sie sich gewünscht hatte, die sie so gerne wollte. Und ohne – aber das ist mir erst wesentlich später aufgefallen – das dafür Tickets getauscht wurden. Die Mädels verzichteten eher auf eines ihrer Bücher, als Susanna im Regen stehen zu lassen.

Für mich war es selbstverständlich, auf meine Wunschbücher zu verzichten, um bei ihr zu sein. Aber dass auch andere Mädels so denken, hat mich dann doch wieder glücklich gemacht.

Das in dem Moment dann auch noch mein Mann Markus mit unseren zwei Mäusen auftauchte und der kleine Max seine Patentante so toll beruhigen und wieder ein Lächeln auf das Gesicht zaubern konnte, war dann doch noch ein versöhnlicher Abschluss.

Im Großen und Ganzen war die Convention für mich wieder ein nach Hause kommen. Eine Begegnung mit lieben Bekannten und Freunden. Ein Zusammentreffen mit liebgewonnenen Autoren, mit denen man zwar immer losen Kontakt hat, die man aber viel zu selten sieht.

Ich bedanke mich an dieser Stelle zu allererst bei

 

Susanna
für die tolle Gastfreundschaft und Begleitung

bei
Siska und Sandra für eure Freundschaft und dafür, das ihr da seid

bei
„meinen“ Autorinnen für die tollen Gespräche und die gemeinsame Zeit

bei
dem Team der Convention – allen voran Kris Alice und Kathrin für die tolle Organisation
und bei den „Helferlein“ Carola und Eva für den Spaß den wir miteinander hatten

hinten: Kristina Günak, Katja, Sandra und Stefanie Ross vorne: Susanna

Ob wir uns nächstes Jahr sehen? Ich glaube eher nicht – ich glaube ich mache mal ein Jahr Pause. Nicht nur, aber hauptsächlich, weil der Termin einfach ungünstig ist.

Liebe buchige Grüße
Katja

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