Mandelblütenliebe von Anja Saskia Beyer

Mandelblütenliebe ist ein Buch, auf das ich eher durch Zufall – oder eben durch Facebook – aufmerksam wurde. Ich habe dort in einer Gruppe das erste Mal das Cover des Buches gesehen, das erste Mal etwas von der Autorin gehört. Es hat dann noch eine ganze Weile gedauert, bis ich mich getraut habe, das Buch anzugehen.

Das türkisfarbene Cover mit den abgebildeten Mandelblüten und dem Mandelkuchen hat mir sehr gut gefallen und auch der Klappentext war sehr ansprechend.

Erwartet habe ich einen „leichten und seichten“ Liebesroman zum runterschmökern und schnellen weglesen, ohne dass ich viel über das gelesene nachdenken muss. In der Hinsicht wurde ich von der Autorin „enttäuscht“. Denn auch wenn es ein Liebesroman war, es war viel mehr als das.

Es war en Einblick in die besondere Geschichte Mallorcas, von der ich bis dato ehrlich gesagt noch nie etwas gehört habe. Ich habe nicht gewusst, dass es auf Mallorca sogenannte Xueatas gibt. Sie sind eine soziale Gruppe auf der spanischen Insel Mallorca. Sie sind Nachfahren der zum Christentum übergetretenen mallorquinischen Juden.

»Egal, mit welchem Glauben die Menschen leben,
etwas haben sie gemeinsam:
Sie denken immer, dass das, was sie glauben, genau das richtige ist.«

Wechselweise, unterteilt in Kapiteln, erzählt die Autorin die Geschichte dreier Frauen. Milla und ihrer Mutter auf der einen Seite, in der heutigen Zeit und auf der anderen Seite die Großmutter Abbi. Ihr Leben wird ebenfalls in Kapiteln erzählt und gerade diese Kapitel, so muss ich sagen, haben mir am besten gefallen.

Anja Saskia Beyer gelingt es wunderbar, die Vergangenheit auferstehen zu lassen und den Leser einen Einblick in die Geschichte des Landes zu geben. Ich muss sagen, ich war teilweise sehr geschockt, überrascht und den Tränen nah. Abbi ist mir, auch wenn ihre Einblicke im Vergleich zur restlichen Geschichte vielleicht nur 1/3 des Buches eingenommen haben, sehr ans Herz gewachsen. Sie war eine Frau, die ich zu gerne einmal kennengelernt hätte.

Im Vergleich dazu waren Milla und Sarah zwar irgendwie sympathisch, aber sie konnten mich gefühlsmäßig nicht so erreichen, wie es Abbi konnte.

Die Beschreibungen von Mallorca haben in mir den Wunsch geweckt, die Mandelblüte dort einmal selbst zu erleben, denn bisher war ich noch nie auf dieser Insel.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, detailreich und behutsam. Dazu ist er so flüssig, das man den Roman tatsächlich schnell und flott „weglesen“ kann.

Störende „Stolpersteine“ im Lesefluss des Buches gab es für mich nicht, es enthielt sogar ein kleines Highlight – nämlich zwei Rezepte 🙂 Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut, schließlich backe ich sehr gern und werde mit Sicherheit eines dieser Mandelrezepte ausprobieren.

Was mich aber gestört hat ist die Auflösung des Buches, die Auflösung der Liebesgeschichte von Milla.

Achtung Spoiler:
Ich kann nicht nachvollziehen, dass sie Paul einfach so stehen lässt. Ich kann verstehen, dass man sich auch kurz vor der Hochzeit für einen anderen entscheidet. Aber dann redet man mit ihm und lässt ihn nicht so „verhungern“. Das Milla das tut, hat sich für mich auf den letzten Seiten noch richtig unsympathisch gemacht. Es war in der Geschichte sehr vorhersehbar wie es ausgeht, aber das hätte man glaube ich anders lösen können.

Aus diesem Grund gibt es für das ansonsten wunderbare Buch 4 von 5 Sternen.

Daten:
Autor: Anja Saskia Beyer
Titel: Mandelblütenliebe
Taschenbuch: 324 Seiten
Verlag: Amazon Publishing (September 2016)
ISBN: 978-1503938755

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