Türchen 21: Weihnachtliches Interview mit Frieda Bergmann

Frieda Bergmann habe ich im Vorfeld zur lit.love 2018 in München interviewt und durfte sie auf der Veranstaltung selbst auch direkt kennenlernen. Ich habe mich über den kurzen Plausch, die Signatur in meinem Autogrammbuch und das gemeinsame Bild sehr gefreut. Nun könnt ihr den zweiten Teil unseres Interviews – den weihnachtlichen Teil – hier entdecken.

Katja: Wie verbringst Du die Adventszeit? Was ist dabei für Dich ein absolutes Muss und was muss in Deinen Augen gar nicht sein? Gibt es Rituale bei Dir?

Frieda: Plätzchenbacken gehört bei uns dazu. Auch wenn ich den Teig lieber roh esse als fertig gebacken.

Katja: Schmückst Du Dein Haus, Deine Wohnung weihnachtlich? Gibt es da ein Dekostück, das Dir viel bedeutet? Das Du vielleicht schon seit Deiner Kindheit hast oder mit einem besonders lieben Menschen verbindest.

Ich bin jetzt nicht die Megadekorateurin. Aber wir haben einen sehr großen Adventskranz, auf den freue ich mich jedes Jahr.

Es gibt schon Sachen, die für mich große Bedeutung haben, dabei handelt es sich aber nicht um Dekostücke, sondern um Plätzchenformen. Die gehörten einst meiner Oma und deswegen werde ich immer ein bisschen sentimental, wenn ich damit Sterne, Herzen und Lämmchen aussteche.

Katja: Steht bei Dir ein Weihnachtsbaum? Wenn ja, in welchen Farben wird er bei Dir geschmückt? Und was muss ran an den Baum? Ist es ein echter oder ein künstlicher Baum?

Frieda: Ein echter Baum muss in jedem Fall sein. Den hole ich in einer kleinen Gärtnerei bei uns in der Nähe. Die Inhaber schlagen die Bäume in einem Wäldchen vor Ort, so müssen die Christbäume nicht durch ganz Europa chauffiert werden.

Mein Baum ist bunt geschmückt, mit Kugeln, Holzspielzeug und Weihnachtsandenken. Wenn ich auf Reisen Weihnachtsschmuck entdecke, suche ich mir ein Teil aus. So freue ich mich schon beim Schmücken, weil viele schöne Erinnerungen am Baum hängen, zum Beispiel irische Christbaumkugeln, Baseball spielende Weihnachtsmänner aus Boston und ein radelnder Santa aus New York.

Katja: Wie sehen bei Dir die Weihnachtsvorbereitungen aus? Bist Du eher der Typ, der den Geschenkeeinkauf schon Wochen und Monate im Voraus erledigt oder eher der „Upps … schon wieder Weihnachten?“-Typ , der kurz vor knapp alles besorgen muss?

Frieda: Meine Weihnachtsgeschenke kaufe ich übers Jahr verteilt, d.h. wenn ich etwas sehe, was jemandem aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis Freude bereiten könnte, greife ich zu. Teilweise verstaue ich die Sachen dann allerdings so gut, dass ich sie nicht mehr finde und sie dann zu Geburtstagsgeschenken umfunktioniert werden müssen. Manche Sachen besorge ich auch kurz vor knapp, wenn ich nichts gefunden habe oder eben ein Geschenk zu gut versteckt habe.

Katja: Welche Bücher wirst oder würdest Du verschenken, wenn es nicht Deine eigenen sein dürften? Verschenkst Du überhaupt Bücher? Oder „Zubehör“ zu Büchern?

Frieda: Ich verschenke sehr gerne Bücher. Dabei ist es aber manchmal gar nicht so leicht, den Geschmack des Beschenkten zu treffen. Unterm Christbaum meiner Lieben landen werden Deborah Feldmans „Unorthodox“, das finde ich so interessant. Besonders gut gefallen hat mir auch Rosie Walshs „Ohne ein einziges Wort“ und Tanja Vossens „My first Love“. Ich mag auch die Hector-Bücher von Francois Lelord sehr gerne. Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion und „Das schönste Mädchen der Welt“ von Michel Birbaek habe ich in diesem Jahr bereits verschenkt, die haben sich bewährt. Für die Krimifans wird es Robert Galbraith werden.

Katja: Ich schau ja sehr gern in die Kochtöpfe anderer, um mir auch selber neue Ideen und Inspirationen zu holen. Was kommt bei Dir Heiligabend auf den Tisch? Gibt es da traditionell Kartoffelsalat und Würstchen? Oder etwas ganz anderes.

Frieda: Abends gibt es bei uns meist Ente oder Gans, wir hatten aber auch schon Raclette oder Fondue. Das machen wir nach Lust und Laune. Die Tradition findet vorher statt. Früher, als ich noch einen Kaufladen hatte (den brachte das Christkind und nahm ihn mit dem Baum wieder mit), gab es immer Puppenwiener (also kleine Würstchen). Auch ohne Kaufladen gibt es zum Kaffee neben Plätzchen und Stollen immer zusätzlich Minisemmeln und Miniwürstchen, sonst fühlt es sich nicht nach Weihnachten an.

Katja: Möchtest Du mir Dein Lieblingsrezept in der Weihnachtszeit verraten?

Frieda: Mein Weihnachtsrezept ist Bobotie. Ein südafrikanischer Auflauf. Durch die Gewürze hat er etwas Weihnachtliches. Er wird auch in „Einmal Liebe zum Mitnehmen“ serviert.

Man benötigt:

  • 2 Scheiben altbackenes Weißbrot
  • 30ml Sonnenblumenöl
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, zerkleinert
  • ½ Tl Nelken
  • 2 Tl Curry
  • 1 Tl Curcuma
  • 2 Tl Garam Masala
  • 1 Tl
  • 1 Tl Salz
  • 500g Rinderhackfleisch
  • 2 Tl Zitronensaft
  • 6 Tl Zucker
  • 1 Ei

Außerdem

  • 2 Eier
  • 150ml Milch
  • Eine Prise Salz

Das Brot zehn Minuten lang in Wasser legen, dann ausdrücken. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel goldgelb anbraten. Knoblauch, Gewürze und das Hackfleisch zugeben und braten, bis das Hackfleisch grau ist. Danach etwa zehn Minuten köcheln lassen.

Den Zitronensaft und den Zucker zugeben und weitere zehn Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen, Brot und Ei zugeben, verrühren.

Die Masse in eine Auflaufform fülen und eine halbe Stunde bei 160 Grad (Ober- und Unterhitze) in den Ofen geben. Die Eier mit Milche und Salz vermischen und über die Hackfleischmasse geben. Weitere zehn bis fünfzehn Minuten bei 180 Grad backen. Dazu passt Reis oder Gemüse.

Katja: Was wünschst Du Deinen Lesern zu Weihnachten?

Ich wünsche meinen Lesern eine friedliche Welt, in der wir einander mit Respekt und Offenheit begegnen – und Schokoladenplätzchen 😊

 

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One Response to Türchen 21: Weihnachtliches Interview mit Frieda Bergmann

  1. Verena Julia sagt:

    Guten Abend,

    das Rezept hört sich interessant an. Hast du es schon ausprobiert Katja?
    Friedas Buch liegt hier schon signiert und wartet darauf endlich gelesen zu werden. Das war mein einziger Spontankauf auf der lit.love – ihre Buchvorstellung war toll und sie soooooooooooo supernett, da konnte ich gar nicht anders. So herzlich. Ich hoffe, ich treffe sie nochmal wieder und ich freue mich schon aufs Lesen.
    Liebe Grüße Verena

    P.S.: Ich esse die Kekse auch am liebsten roh! 😀

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