Türchen 7: Rezension zu „Der Weihnachtquilt“ von Jennifer Chiaverini

Und wieder eine Rezension … was weihnachtliche Bücher angeht gibt es hier einige Tipps, mit denen man sich die kalten Abende auf der Couch versüßen kann. Heute ist wieder Karin an der Reihe:

Der Weihnachtquilt von Jennifer Chiaverini

Sylvia hat vor einiger Zeit ihr Elternhaus geerbt und verbringt nun zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ein Weihnachtsfest in dem großen Haus. Ihre Geschäftspartnerin und ihr Mann leisten ihr dabei Gesellschaft. Bei der Suche nach dem Weihnachtsschmuck finden sie auch einen unfertigen Quilt, an dem schon mehrere Generationen Bergstrom-Frauen viele Weihnachten lang gearbeitet haben.

Auch in Sylvia weckt er natürlich wieder Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend.

Mein erstes Weihnachtsbuch dieses Jahr hat es gleich geschafft mich in die richtige weihnachtliche Stimmung zu versetzen. Ein Kriterium, dass für mich ausschlaggebend für eine gute Bewertung ist.

Die Erzählungen und Anekdoten rund um die Weihnachtstraditionen der Familie Bergstrom haben mir gut gefallen und richtig Lust auf Backen (und sogar Quilten, obwohl ich das gar nicht kann) gemacht.

Aber nicht nur Backen und Nähen sind hier wichtig. Im Vordergrund stehen das Schenken, die Bedeutung von Geschenken und die Wichtigkeit der Familie.

Alles wunderbar passende, weihnachtliche Themen, die für mich dann aber doch ab und an ein bisschen zu sehr mit der moralischen Keule geschwungen wurden. Dennoch schafft der Roman es mühelos eine ruhige, heimelige Atmosphäre zu schaffen, die perfekt für Adventssonntage bei Plätzchen und Tee ist.

Hier hält das schöne Cover genau das, was es verspricht.

Allerdings kam ich mir vor als wäre ich mitten in eine Geschichte gestolpert, die ich schon kennen müsste. Gerade in der „Gegenwart“ werden viele Dinge nur kurz erwähnt, die man als Leser anscheinend bereits wissen sollte. Nach kurzer Recherche war auch klar, weshalb.

„Der Weihnachtquilt“ ist der achte Band der Elm Creek Quilts-Reihe. Aus dieser Reihe sind in Deutschland anscheinend nur zwei Bände übersetzt worden (Band 8 und 11). Kein Wunder also, dass man sich als deutscher Leser ab und an etwas verloren vorkommt bei all den vielen Details, die nur sporadisch eingestreut werden.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt war für mich die Hauptprotagonistin Sylvia. Mit ihr wurde ich von Beginn an nicht so ganz warm. Woran das lag, kann ich gar nicht so recht sagen. Sie ist mir nicht völlig unsympathisch, dennoch schaffte ich es einfach nicht mich ihr zu identifizieren. Oft konnte ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen, dann wieder doch. Vielleicht liegt es daran, dass man nach sieben vorherigen Bänden Sylvia eigentlich schon gut kennen müsste? Das fehlte mir natürlich. Sie hat jedoch manchmal so eine selbstgerechte Art und Weise an sich, die mir nicht ganz zusagte und in einigen Szenen den Spaß verdarb.

Andererseits, wer ist schon perfekt? Ein  paar Ecken und kanten machen jeden Charakter lebendiger und interessanter.

Fazit: Schöner Roman um in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen, ganz sicher nicht nur für Quilterinnen (versprochen!).

 

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