Zwischen Krimi und Historie – im Gespräch mit Petra Schier

Petra Schier

Petra Schier ist eine Autorin mit vielen Gesichtern. Sie schreibt nicht nur historische Romane, sondern auch Kinderbücher und unter dem Namen Mila Roth eine Krimi-Reihe. Außerdem ist Petra sehr akiv in verschiedenen Vereinigungen und auch wahnsinnig aktiv was Leserunden und den Kontakt mit ihren Lesern angeht.

Aber lest selbst, was Petra Schier mit im Interview verraten hat.

Katja: Liebe Petra, vielen Dank, dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.

Petra: Sehr gerne, liebe Katja! 🙂

Katja: Verrate uns doch einmal zum Einstieg, was den Menschen Petra Schier ausmacht? Welche guten und weniger guten Charaktereigenschaften vereinen sich in Dir?

Petra: Gleich zu Beginn eine Frage, über die ich erst einmal nachdenken musste. Wie beschreibe ich mich?

Ich bin ein sehr positiver Mensch und davon überzeugt, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur wirklich will und bereit ist, entsprechend viel dafür zu tun.

Ich helfe gerne, wenn ich kann. Das betrifft vor allem angehende Autoren, die sich schon seit jeher gerne an mich wenden. Für sie habe ich auf meiner Homepage auch eine besondere Rubrik mit Tipps eingerichtet.

Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist das Kommunizieren mit Kolleginnen und Kollegen sowie Leserinnen und Lesern, ob nun persönlich, telefonisch, über die sozialen Netzwerke, E-Mail oder auch persönlich. Deshalb liebe ich zum Beispiel auch Lesungen so sehr.

Eine meiner herausragenden Eigenschaften dürfte meine Friedfertigkeit sein. Ich hasse Ärger und Streit und lasse mich auch nicht allzu schnell auf die Palme bringen. Wer das dann allerdings doch schaffen sollte, der muss sich warm anziehen. Einmal entfacht, kann mein Zorn vernichtend sein. *lach* Nein, im Ernst, ich mag mich nicht streiten, aber wenn es sein muss, kann ich auch richtig böse werden.

Neid ist ein Fremdwort für mich. Ich war in meinem Leben noch niemals neidisch und kann dieses Gefühl auch nur schwer begreifen.

Ich liebe es zu faulenzen (wundere mich sogar manchmal, dass mir dazu tatsächlich noch Zeit bleibt).

Haustiere sind für mich ein Muss. Derzeit ist es ein Schäferhund, aber ich würde auch Katzen nehmen.

Hobbys habe ich auch, obwohl mir oft viel zu wenig Zeit dafür bleibt: Lesen (klar!), kochen und backen, wandern (mit Mann und Hund), mein Garten …

Ich probiere gerne neue Dinge aus, ob nun Technik, Internetneuheiten, Marketingmethoden usw. Da ich für eine Autorin ausgesprochen technikaffin bin, wenden sich gerne auch Kollegen an mich, wenn sie ein Problem z. B. mit Facebook haben. Ich bin diejenige, die so gut wie immer eine Lösung weiß (oder zumindest eine Ahnung hat, wo man danach suchen könnte). *lach*

Workoholic – dieses Wort beschreibt mich wohl mit am Besten. Ich schreibe überdurchschnittlich viel (4-6 Bücher pro Jahr) und bin auch sehr aktiv, was Werbung/Marketing und Kommunikation mit meinen Lesern angeht (siehe oben).

Leider werde ich sehr schnell ungeduldig, wenn etwas nicht so läuft oder funktioniert, wie es soll bzw. wie ich das will. So ein kleiner hysterischer Anfall vor dem PC kommt etwa ein- bis zweimal die Woche vor.

Obgleich ich gerne kommuniziere, bin ich kein Teamplayer. Ich mache immer am liebsten alles selbst. Einen Roman mit jemandem zusammen schreiben? No way!

Seit der Schulzeit kämpfe ich tapfer gegen die Aufschieberitis an, leider nur mit mäßigem Erfolg. Unter Druck arbeite ich einfach immer noch am besten.

Ich liebe mein Haus und alles, was damit zu tun hat, aber zugunsten meiner Arbeit leidet mein Hausfrauen-Dasein erheblich. Wer mit mir zusammenwohnt, muss sich daran gewöhnen, dass Hundehaare und Staubflocken nicht täglich entfernt werden, sondern, wenn es hoch kommt, zweimal pro Woche. Mehr geht nicht. Mein Mann hat sich inzwischen auch damit abgefunden, dass er seine Socken und Unterwäsche die meiste Zeit über nicht in seinem Schrank, sondern im Wäschekorb zu suchen hat.

Ich träume gerne – und bin recht gut darin, viele dieser Träume wahr werden zu lassen. Siehe Punk 1 dieser Liste.

Reicht das fürs Erste? 🙂

Katja: Du bist sehr aktiv, wie ich festgestellt habe. Du schreibst nicht nur Bücher unter zwei Namen – Petra Schier und Mila Roth – sondern Du bist „nebenbei“ auch Lektorin. Dazu kommt Deine Mitgliedschaft in verschiedenen Autorengruppen, Du betreust Deine eigene Homepage und hast eine Seite bei Facebook. Wie schaffst Du dieses doch enorme Pensum? Kann man so ein Mammutprogramm alleine schaffen oder braucht man da eine Familie, ein Team, das mitzieht, unterstützt und auch manchmal sehr viel Verständnis haben muss?

Petra: Mein Lektorinnen-Job hat sich inzwischen weitgehend erledigt, denn der Verlag, für den ich gearbeitet habe, wurde verkauft. Das ist mir aber auch ganz recht, denn inzwischen schreibe ich so viel, dass mir gar keine Zeit mehr für etwas anderes bleibt.

Mein enormes Pensum schaffe ich, indem ich mir feste Ziele setze und täglich bzw. wöchentlich ein bestimmtes Quantum an Arbeit vorgebe. Anders ist das nicht zu schaffen. Fünf bis zehn Seiten pro Tag (fünf Tage die Woche) sind ein Muss. Ein Team habe ich nicht, aber natürlich eine Familie, die sehr verständnisvoll ist und mitzieht. Mein Mann Paul hat mich schon immer sehr unterstützt. Ohne ihn hätte ich die erste Zeit als Autorin vermutlich nicht so leicht geschafft. Und auch jetzt treibt er mich gerne an, was ich wichtig finde. Er ist selbst ebenfalls ein Workoholic, allerdings auf einem ganz anderen Gebiet – dem Maschinenbau. Deshalb hat er einerseits genügend Abstand zu meinem Metier, um vieles objektiver zu betrachten als ich. Andererseits macht es ihm aber auch nichts aus, wenn ich mal wieder so viel arbeite, dass ich alles andere vergesse.

Katja: In den Autorengruppen „Das Syndikat“, „Quo Vadis“ und in der Vereinigung DeLiA bist Du aktives Mitglied. Ist so eine Autorengruppe, so eine Vereinung von Autoren des gleichen Genres wichtig für den Austausch untereinander? Lest ihr untereinander Eure Bücher? Was muss ich mir als Leser unter solchen Gruppen und der Arbeit der Gruppen vorstellen?

Petra: Nicht nur der Kontakt und Austausch mit Autoren des gleichen Genres, sondern auch genre-übergreifend ist enorm wichtig. Wir Autoren verbringen sehr viel Zeit alleine in unseren Arbeitszimmern. Es gibt selten einen Austausch wie bei anderen Leuten, z. B. in der Mittagspause oder am Kopierer. *lach* Zwar gibt es Facebook und Konsorten, aber das ist dennoch etwas anderes. Unter Autorenkollegen herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre, denn wenn wir uns treffen, wissen wir, dass wir unter Menschen sind, die über einen sehr ähnlichen Erfahrungshorizont verfügen, ganz gleich, welchen familiären oder wirtschaftlichen Hintergrund wir aufweisen. Autoren ticken einfach ähnlich, auch wenn jeder Autor seine ganz eigene Arbeitsweise entwickelt. Nicht-Autoren können viele unserer Gedankengänge oder Empfindungen gar nicht so nachvollziehen, aber unter Kollegen weiß man einfach Bescheid. Man kann sich Ermutigung, Lob und gegenseitige Hilfe zuteilwerden lassen und auch den Ärger über einen Agenten oder Verlag oder die Freude über einen schriftstellerischen Erfolg ganz besonders gut nachvollziehen.

Im Alltag sind Autorenvereinigungen auch deshalb nützlich, weil man so gut wie immer Ansprechpartner hat, auf die man im Falle eines Problems bzw. einer Frage (zum Beispiel zur Recherche) zurückgreifen kann. Auch tauschen wir uns über aktuelle Entwicklungen in der Branche aus sowie über Erfahrungen mit Verlagen und Agenten. Autorenvereinigungen sind Netzwerke, die man einfach braucht, um sich auf dem hart umkämpften Literaturmarkt nicht so allein auf weiter Flur zu fühlen.

Soweit es unsere Zeit zulässt, lesen wir natürlich auch untereinander unsere Bücher.

Katja: Auf der Homepage bzw. in Deinem eigenen Forum, das ich nur durch Zufall beim Stöbern jetzt entdeckt habe, bietest Du auch Leserunden zu Deinen Büchern an. Außerdem bist Du in verschiedenen anderen Bücherforen ebenfalls mit Leserunden präsent. Was gibt Dir so eine Leserunde mit den Lesern Deiner Büchern?

Petra: Spaß! Freude! 🙂  Wie ich weiter oben schon gesagt habe, liebe ich den Austausch mit meinen Lesern. In Leserunden kann ich meine Bücher durch die Augen anderer Leute (oftmals Fremder!) betrachten. Dadurch erfahre ich unglaublich viel über die Menschen, die meine Geschichten mögen (oder auch nicht). Das wiederum hilft mir, neue Romane so zu konzipieren, dass sie meiner Leserschaft noch besser gerecht werden (ohne natürlich dabei meine Autorenstimme verbiegen zu wollen). Außerdem bieten Leserunden Gelegenheiten, viele Hintergrundinformationen und Anekdoten zu meinen Büchern zu erzählen. Vieles, was man zum Beispiel recherchiert, findet am Ende gar nicht den Weg ins Buch. Aber in einer Leserunde kann man solche Details oft an den Mann oder die Frau bringen, denn nicht selten beantwortet man ja viele Fragen, die über den reinen Text hinausgehen.

Über Rezensionen, die aus solchen Leserunden hervorgehen, freut man sich als Autor natürlich ebenfalls. Sie sind dann noch das Sahnehäubchen.

Katja: Ist Dir das Feedback wichtig? Was nimmst Du Dir für weitere Projekte daraus mit?

Petra: Feedback aller Art ist immer sehr wichtig. Ich kann aber nicht pauschal beantworten, was ich daraus mitnehme. Denn es kommt ja immer darauf an, worauf sich das Feedback bezieht und ob ich bei Kritik den Standpunkt des Kritikers nachvollziehen kann. Negative Kritik, wenn sie sachlich vorgebracht wird, kann ebenso nützlich sein wie begeistertes Lob. Ersteres bringt die grauen Zellen auf Trab, weil man möglicherweise erkennt, wie man etwas verbessern kann. Letzteres motiviert ganz ungemein, sich für die Leser noch mehr anzustrengen. Wenn man eine begeisterte Rezension liest oder hört, dass jemand sich die halbe Nacht um die Ohren geschlagen hat, weil das Buch so spannend war, dann ist das einfach wunderbar.

Katja: Unter dem Autorennamen Mila Roth veröffentlichst Du derzeit in Eigenregie eine Vorabend-Krimi-Serie um den Agenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg. Wie ich in meinen Rezensionen zu den ersten vier Bänden immer wieder geschrieben habe, erinnert mich die Reihe sehr an eine meiner Lieblingsserien der 80er Jahre – nämlich „Agentin mit Herz“. Ist das von Deiner Seite her so gewollt?

Petra: Und wie das gewollt ist! Die genannte Serie – oder vielmehr das amerikanische Original „Scarecrow & Mrs. King“ – ist nämlich die Inspiration zu meiner Buchserie gewesen. Wen es interessiert: Ich habe im Jahr 2012 einen ausführlichen Blogartikel dazu verfasst, der unter folgendem Link zu finden ist: http://www.blogpost.petra-schier.de/2012/03/06/after-all-these-years-alles-begann-mit-einer-schreibblockade-und-der-agentin-mit-herz/

Katja: Warst Du vielleicht selbst früher einmal Fan der Serie? Oder ärgern Dich gar die Vergleiche?

Petra: Ich bin noch immer ein absoluter Fan dieser Serie, allerdings, wie oben angedeutet, nur im englischen Original und mit allen 88 Episoden (von denen man uns in Deutschland ganze 17 vorenthalten hat). Dank DVDs gibt es die Serie inzwischen ja vollständig in Deutschland zu kaufen. Das Original ist aber so enorm viel besser, dass ich die deutsche Fassung mittlerweile meide wie der Teufel das Weihwasser. Die Synchronisation aus den 80ern ist einfach grottenschlecht.

Da die TV-Serie meine Inspiration war, ärgern mich Vergleiche überhaupt nicht, im Gegenteil! Ich freue mich, wenn jemand die Parallelen erkennt. Aber ich muss auch hinzufügen, dass ich zwar die Grundkonstellation der Figuren ähnlich zur TV-Serie konzipiert habe, aber doch, wie ich denke, sehr schnell meine Buch-Serie eine ganz eigene Richtung und Dynamik entwickelt hat. Schon allein, weil sich die Vorgeschichten der Hauptpersonen doch deutlich unterscheiden und das Ganze in Deutschland und im 21. Jahrhundert spielt. Aber letztlich entscheiden immer die Leser, was ihnen gefällt. Wer mit der Ähnlichkeit zur Fernsehserie ein Problem hat, muss ja meine Bücher nicht lesen. Obwohl ich finde, dass ein Versuch sich immer lohnt, auch und gerade, wenn man „Scarecrow & Mrs. King“ überhaupt nicht kennt.

Katja: Mal angenommen, Deine Reihe um Markus und Janna sollte verfilmt werden, welche Schauspieler würdest Du gern in den Hauptrollen sehen?

Petra: Ach, darüber habe ich auf Facebook und in Leserunden schon oft mit Lesern diskutiert. So ganz einfach ist die Frage nicht zu beantworten, aber derzeit würde für den Geheimagenten Markus Neumann zum Beispiel Tom Beck (aus „Alarm für Cobra 11“) ganz gut passen. Und Madlen Kaniuth wäre die perfekte Verkörperung von Janna.

Katja: Und wenn wir den Faden mal weiterspinnen und zu Deinen historischen Romanen übergehen – welchen von ihnen würdest Du gern verfilmt sehen? Welcher würde sich als Blockbuster richtig gut machen?

Petra: Als Fernsehfilmreihen würden sich die Adelina-Romane sicher gut machen. Die Aachen-Trilogie um die Reliquienhändlerin Marysa vielleicht auch. Aber ein Blockbuster? Ich weiß nicht. Vielleicht am ehesten „Der Hexenschöffe“, den ich jetzt gerade zu schreiben beginne. Er wird im Oktober 2014 erscheinen und wäre vom Thema (Hexenverfolgung) und den Rahmenbedingungen ganz bestimmt verfilmenswert.

Katja: Als Autorin historischer Romane – könntest Du Dir vorstellen, in der Zeit zu leben? In der Vergangenheit? Bei welchem historischen Ereignis wärst Du gern dabei gewesen? Oder gibt es gar eine historische Persönlichkeit, der Du gern begegnet wärst?

Petra: Jane Austen hätte ich gerne kennengelernt. 🙂 Manchmal frage ich mich auch, ob ich nicht tatsächlich in der einen oder anderen Epoche, über die ich schreibe, schon mal gelebt habe. Aber in die Vergangenheit reisen oder mir eine Epoche heraussuchen, in der ich gerne leben würde – nein, lieber nicht. Ich lebe gerne in der Gegenwart. Schon alleine wegen der viel besseren hygienischen Verhältnisse heute. *lach*

Katja: Sehr viele Deiner Bücher erscheinen als E-Book. Gerade bei denen, die Du selbst auflegst, wahrscheinlich auch ein Kostenfaktor. Wie stehst Du selbst zu dieser neuen Art Buch? Und wie entscheidest Du Dich? Lieber das „richtige“ Buch in der Hand halten oder liest Du lieber E-Books.

Petra: Fast alle Bücher, die ich veröffentlicht habe, ob nun über einen Verlag oder selbst, gibt es sowohl als Print- als auch als eBook-Ausgaben. Ausnahmen sind nur eine Novelle (die zu kurz für ein Buch ist) und der eine oder andere eBook-Sammelband. Ich finde das sehr wichtig, denn auch, wenn eBooks deutlich auf dem Vormarsch sind, lesen doch immer noch viel mehr Menschen gedruckte Bücher. Bei mir verhält es sich etwas anders. Seit ich meinen Kindle habe, lese ich zunehmend darauf und immer weniger gedruckte Bücher. Es ist so schön bequem, immer alle Bücher an einem Ort zu haben und mitnehmen zu können. Ein Reader ist auch viel leichter als ein dickes Buch und bestenfalls sogar beleuchtet. Aber deshalb wende ich mich nicht völlig von Printbüchern ab. Signierte Exemplare zum Beispiel sind nach wie vor etwas ganz Besonderes. Und meine Recherchen führe ich auch lieber über das Medium Papier. Ich denke, die Mischung macht es. Für jeden Zweck und Geschmack gibt es die richtige Lösung. Aber eBooks werden auf jeden Fall noch einen größeren Marktanteil erlangen. Diese Entwicklung zeichnet sich ganz deutlich ab.

Katja: In den letzten Jahren sind regelmäßig – immer zum Jahresende zu – Weihnachtsgeschichten von Dir erschienen und ich weiß, das einige Deiner Leserinnen regelrecht darauf warten. Wenn ich so aus dem Fenster schaue, steht der Herbst vor der Türe, in den Supermärkten sind schon die ersten weihnachtlichen Süßigkeiten zu finden. Der Erscheinungstermin Deiner neusten Weihnachtsgeschichte war ebenfalls bereits vor Kurzem. Liebst Du Weihnachten, die besinnliche Zeit auch so sehr?

Petra: O ja, und wie! Obgleich ich eigentlich jeder Jahreszeit viel abgewinnen kann, ist doch die Weihnachtszeit immer etwas ganz Besonders und für mich mit einem ganz eigenen Gefühl der Geborgenheit verbunden. Deshalb dekoriere ich auch das Haus (innen und außen) so gerne, backe Plätzchen, kuschele mich bei Kerzenschein auf die Couch …

Ob es allerdings im kommenden Jahr noch einen Weihnachtsroman in der gewohnten Form geben wird, steht noch nicht fest. Es kann sein, dass ich erst mal pausiere, und zwar zugunsten eines anderen Projekts, dass meinen geneigten Lesern aber ganz sicher ebenso gut gefallen wird.

Katja: Neben der Liebe spielt in diesen Romanen auch immer ein Hund eine große, tragende Rolle. Bist Du so ein Hundeliebhaber? Welche Rasse magst Du am liebsten und hast Du vielleicht sogar einen treuen Vierbeiner an Deiner Seite?

Petra: Ich liebe Tiere, nicht nur, aber natürlich besonders Hunde. Wir besitzen einen Deutschen Schäferhund namens Zeus, der inzwischen 5 Jahre alt und ein richtiger Wirbelwind ist. Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich eigentlich nie vorhatte, mir einen Schäferhund zuzulegen. Das kam unverhofft, weil die Hündin unserer Nachbarn Junge hatte. Eine Lieblingsrasse habe ich nicht, lediglich die typischen Kampfhunde sind mir mehr als suspekt, von ihnen halte ich mich lieber fern. Und solche winzigen bellenden Tischfeuerzeuge mögen zwar süß sein, aber ein Hund muss für mich zumindest eine Größe haben, bei der man nicht ständig in Angst lebt, ihn versehentlich zu zertreten. 🙂 Ansonsten darf es aber jede Rasse sein, auch Mischlinge, wie auch immer.

Katja: Das nächste „Genre“, das auch Deiner Feder entsprungen ist – Du schreibst Kinderbücher. Etwas, das logischerweise etwas ganz anderes ist als einen historischen Roman oder einen Krimi zu schreiben. Warum Kinderbücher? Was hat Dich dazu bewogen, einen ganz anderen Weg zu gehen? Sind Kinder ein dankbareres Publikum?

Petra: Mit Kinderbüchern (fürs Vorschulalter) habe ich angefangen, noch vor den historischen Romanen. Das, was ich da produziere, sind immer Auftragsarbeiten, zum Beispiel für Spielebücher oder auch Gute-Nacht-Geschichten-Sammlungen, aber auch so etwas wie Bauernhof-, Feuerwehr-, Piraten-, Schutzengel- oder Fußballgeschichten. Da diese Bücher sehr viel über die sogenannten Nebenmärkte (Discounter, Kioske usw.) verkauft werden, habe ich hier gar kein richtig greifbares Publikum. Diese Titel sind mehr Massenware, bei denen man mit den Lesern (oder deren Eltern) so gut wie gar nicht in Berührung kommt. Aber es macht Spaß, hin und wieder mal etwas ganz anderes zu schreiben und damit ein winziges Zubrot zu verdienen. Und winzig ist dabei wörtlich zu nehmen. *lach*

Katja: Wenn ich es richtig gesehen habe, feierst Du nächstes Jahr Dein 10jähriges Autorenjubiläum. Wenn Du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest Du Dich genauso wieder entscheiden? Würdest Du wieder den Schritt gehen, Dich hinsetzen und ein Buch schreiben?

Petra: Stimmt, 2004 hat alles begonnen, mit den ersten Kinderbüchern. Und auf deine Frage kann ich ganz klar mit Ja antworten. Ich würde es immer wieder so machen: Hinsetzen und ein Buch schreiben. Allerdings sind heute die Voraussetzungen noch ganz anders, weil man auch leichter etwas ohne Verlag veröffentlichen kann. Aber ich würde auch jederzeit wieder den ersten Vertrag bei Rowohlt unterzeichnen. So, wie sich alles entwickelt hat, sollte es sein, denke ich.

Katja: Was liebst Du an dem Beruf Autorin am meisten? Worauf könntest Du verzichten? Was spornt Dich an, immer weiter zu schreiben, Dir immer neue Geschichten auszudenken?

Petra: Die Leser spornen mich an! Aber auch die vielen vielen Geschichten bzw. Ideen in meinem Kopf, die sich quadratisch zu vermehren scheinen.

Ich finde es einfach wunderbar, dass ich als Autorin so viele verschiedene Leben leben kann – durch meine Figuren. Auch, dass ich mich und meine Arbeit weitgehend selbst bestimmen kann, also nicht täglich in eine Firma rennen muss, ist ein riesiger Pluspunkt. Ich bin, wie gesagt, kein Teamplayer und auch nicht besonders gut als „Angestellte“ geeignet.

Worauf ich verzichten könnte? Gute Frage. Es gibt immer Dinge, die einem nicht so gut an einem Beruf gefallen. Ich finde Überarbeiten extrem lästig. Aber darauf verzichten könnte ich natürlich auf keinen Fall.

Das Einkommen eines Autors ist relativ unberechenbar, das kann nerven, aber inzwischen habe ich glücklicherweise einen Status erreicht, bei dem so etwas nicht mehr ganz so arg wehtut. Auch wenn ich weit davon entfernt bin, reich zu sein. Zumindest reich an Geld. *lach*

Ach, doch, auf eines kann ich gut verzichten: Neider, ganz gleich, ob sie selbst Autoren sind oder es nur vielleicht gerne wären oder einfach ganz allgemein mit ihrem Leben unzufrieden sind. Da mir Neid so vollkommen fremd ist, kann ich diese Menschen einfach nicht verstehen und auch nicht gut vertragen.

Katja:  Auf welches Deiner bisherigen Projekte bist Du besonders stolz?

Petra: Auf jedes einzelne. 🙂

Die Kreuz-Trilogie, von der bereits „Die Eifelgräfin“ und „Die Gewürzhändlerin“ erschienen sind, ist insofern etwas Besonderes, weil es sich bei der Grundidee um meinen allerersten historischen Roman (oder überhaupt Roman) gehandelt hat.

Einen ganz besonderen Stellenwert hat auch der eben schon genannte „Hexenschöffe“, an dem ich momentan arbeite. Diese Geschichte begleitet mich schon seit über 20 Jahren, also bereits seit meiner Teenagerzeit. Dass ich jetzt diesen Roman schreiben und veröffentlichen darf, ist etwas ganz Besonderes. Und ja, ich bin sehr stolz, dass ich die erste Autorin überhaupt bin, die in dieser Form einen Roman über Hermann Löher (so heißt die Hauptfigur) schreibt (und auch veröffentlicht).

Katja: An welchen Projekten arbeitetest Du derzeit? Auf welche Bücher können wir Fans uns demnächst freuen?

Petra: Alle Projekte sind noch nicht spruchreif, aber folgende Romane werden in absehbarer Zeit ganz sicher erscheinen:

„Der Hexenschöffe“, Rowohlt, Oktober 2014

„Die Bastardtochter“, Rowohlt (3. Teil der Kreuz-Trilogie), vermutlich Oktober 2015

Adelina Nr. 6 (Titel steht noch nicht fest, Serienfinale), Rowohlt, 2016

Als Mila Roth arbeite ich natürlich auch weiterhin an meiner Vorabendserie in Buchform. Als Nächstes wird im Januar/Februar der sechste Band erscheinen, dessen Titel ich aber auch noch nicht verrate.

Abschließend möchte ich dir, liebe Katja, ganz herzlich für die Gelegenheit danken, ein so ausführliches Interview geben zu dürfen.

Und bei allen Leserinnen und Lesern bedanke ich mich, dass sie bis hierhin durchgehalten haben. *lach* Vielleicht greift ihr ja mal (wieder) nach einem meiner Bücher und/oder vernetzt euch mit mir über meine Homepage, Facebook, Twitter usw. 🙂

Katja: Liebe Petra, ich hab zu danken. Vielen Dank für die interessanten Einblicke in Deinen Autorenalltag.

Und hier gibt es weitere interessante von und über Petra Schier

Internetseiten:

Autorenhomepage Petra Schier: http://www.petra-schier.de
Autorenhomepage Mila Roth: http://www.mila-roth.de

soziale Netzwerke:

Facebook Petra Schier: http://www.facebook.com/PetraSchier
Facebook Mila Roth: http://www.facebook.com/MilaRoth
Twitter: http://www.twitter.com/Petralit
YouTube: http://www.youtube.com/user/Petralit
Google+: http://www.gplus.to/PetraSchier

 

Copyright Foto: Uschi Blech

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2 Responses to Zwischen Krimi und Historie – im Gespräch mit Petra Schier

  1. PMelittaM sagt:

    Ein tolles Interview! Vielen Dank an Petra und Katja dafür!

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