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Bob der Streuner

… war 2010 ein Überraschungserfolg auf dem Buchmarkt. Geschrieben von James Bowen erklomm das Buch, das in 26 Sprachen übersetzt wurde, sehr schnell die Bestsellerlisten und auch ich hatte damals dieses Buch gelesen.

Sieben Jahre später, im Januar 2017, kam der Film zum Buch in die Kinos und gemeinsam mit meinen Freundinnen habe ich mir einen tollen Abend gegönnt.

Worum geht es in dem Film?

James Bowen (Luke Treadaway) ist ein Junkie auf Entzug, der seit Jahren obdachlos ist und sich sein mageres Einkommen als Straßenmusiker verdient. Als ihm seine engagierte Betreuerin Val (Joanne Froggatt) eine Wohnung vermittelt, geht es das erste Mal bergauf für den gebeutelten Mann. Doch so ganz scheint er seinem Glück nicht zu trauen, der tägliche Entzug bleibt ein Kraftakt. Eines Tages bricht ein ausgehungerter und verletzter Streuner in seine Wohnung ein. Obwohl James knapp bei Kasse ist, beschließt er den roten Kater, den seine Nachbarin Betty (Ruta Gedmintas) Bob tauft, aufzupäppeln und später in die Freiheit zu entlassen. Doch Bob hat seinen eigenen Willen und folgt seinem neuen Besitzer auf Schritt und Tritt. James nimmt den geduldigen und intelligenten Bob von da an auf seine täglichen Touren durch London mit. Schon bald werden die beiden zu einem unzertrennlichen Gespann. Die innige Freundschaft zwischen Mensch und Tier lässt James immer optimistischer werden und wieder mehr Sinn in seinem Leben sehen. Schlussendlich kann er mit Bobs Hilfe seine Drogensucht besiegen.

Meine Meinung:

Ich muss sagen, ich hatte viel Spaß beim Anschauen des Filmes. Ich liebe ja Katzen und in den Verhaltensweisen von Bob habe ich meine Mila teilweise wiedererkannt. Wenn ich ehrlich bin war das meine große Angst: dass die Katze so sehr dressiert ist, das das unabhängige Wesen dieser Tiere nicht mehr ersichtlich ist. Doch ich muss sagen, hier haben die Verantwortlichen richtig gut gearbeitet. Bob agiert, wie eine normale Katze agieren würde – hier hat man nicht unbedingt den Eindruck, dass hier viel nachgeholfen wurde.

Auch vom Umsetzen des Buchstoffes her muss ich sagen, hat mir der Film sehr gut gefallen. James Bowen wurde von Luke Treadaway sehr authentisch dargestellt, sehr gefühlvoll und behutsam. Gerade bei den harten Szenen wie dem Entzug oder den sehr gefühlvollen Szenen wie der Zurückweisung des Vaters oder den Szenen auf der Straße – man nimmt ihm jede einzelne Sekunde ab.

Auch die anderen Darsteller waren sehr authentisch, echt und sehr gut dargestellt. Meiner Meinung nach hat hier die Auswahl der Schauspieler für die einzelnen Rollen total gestimmt: jeder konnte seine Rolle ausfüllen.

Von den Nebendarstellern her muss ich sagen hat mir Darren Evans als Baz gefallen. Er hat die Rolle des Drogenjunkies so überzeugend gespielt, dass ich bei seiner letzten Szene im Film tatsächlich Tränen in den Augen hatte.

Besonders berührend war für mich der Schluss des Filmes: James hat tatsächlich das Buch geschrieben und stellt es im Rahmen einer Lesung vor. Und da sind all die da, die ihn begleitet und unterstützt haben.

Süß fand ich hier, dass der echte James Bowen eingebaut wurde – er holt sich ein Autogramm in das Buch 🙂

Und was ich noch süßer fand: Bob spielt sich in dem Film selber. So ein wunderschönes Tier – ich bin verliebt. Und es wird auch das kleine „Geheimnis“ gelüftet, warum Bob solche kleinen Schals trägt.

In mir hat das Buch ein Wunsch geweckt: ich will die Bücher (noch einmal) lesen. „Bob der Streuner“ kenne ich als Buch bereits, die anderen Bände nicht. Aber die werden Stück für Stück mir gehören.

Und noch etwas: James spielt auf der Straße Gitarre und singt dazu: so verdient er sein Geld. Für den Film wurden 6 Titel mit Luke Treadaway aufgenommen, die es auch als Soundtrack gibt. Mein Lieblingslied hierbei war „Satellite Moments“, aber auch die anderen Titel haben mir richtig gut gefallen, so dass der Soundtrack wohl den Weg zu mir finden wird.

Daten:
Laufzeit: 1 Stunde 43 Minuten
FSK: ab 12
Regie: Roger Spottiswoode
Genre: Drama, Komödie, Biografie
Musik: David Hirschfelder
Drehbuchautor: Tim John
basierend auf: James Bowen
Hauptdarsteller: Luke Treadaway (James), Ruta Gedmintas (Betty), Joanne Froggatt (Val), Anthony Head (Nigel Bowen), Darren Evans (Baz), Caroline Goodall (Mary), Ruth Sheen (Elsie)

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