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Der Geschmack von wildem Honig von Susan Wiggs

Selten habe ich ein Liebesroman gelesen, das mich auf Anhieb so begeistern und fesseln konnte; das mich überraschen konnte und mir ein richtiges Wohlfühl-Gefühl schenken konnte.

Wenn man sich das Cover betrachtet, erwartet man einen leichten, sonnigen Liebensroman; der Klappentext tut sein Übriges, das man nur an die ganz normalen „Verirrungen“ der Hauptprotagonisten denkt.

Das Buch hat eine Tiefe, die für diese Art Roman für mich komplett überraschend war.

Doch hier wird der Leser komplett überrascht. Zumindest erging es mir so.

Der Autorin gelingt es; mit ihrem Schreibstil und ihrer Art, Geschichten zu erzählen; bei mir als Leserin die verschiedensten Emotionen zu wecken. Emotionen viel Liebe natürlich und Hoffnung. Aber es geht auch um Verlust, um Ängste und Vertrauen; um Freundschaft und Familie. Sie kombiniert eine leichte Liebesgeschichte mit einer Spur Ernsthaftigkeit und einer Prise Grausamkeit so gekonnt, wie ich es bisher nur selten erleben durfte.

Mit ihrer lebendigen Sprache konnte ich fast live in Bella Vista sein. Ich habe Isabel beim Kochen über die Schulter geschaut, habe die Hochzeit von Tess erlebt und das aufblühen einer zarten Liebe zwischen Isabel und Mac.

Ich habe aber auch das Grauen gespürt, die Gänsehaut die mir über den Rücken gekrochen ist, die Angst im Nacken und die Abscheu. Nämlich in den Momenten, als der Großvater über den 2. Weltkrieg in Dänemark gesprochen hat. Über den dänischen Widerstandkampf, die Verfolgung der Juden in diesem Land, seinen Kampf ums Überlegen. Ich war angeekelt und hatte Tränen in den Augen, als zu Sprache kam, welche Verbrechen an jungen „arischen“ Frauen verübt wurden. Ihre Beschreibungen sind dabei schonungslos, aber nicht reißerisch.

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Entwicklung der Geschichte und hauptsächlich ihrer Figuren. Gerade die Liebesgeschichte entwickelte sich behutsam, ohne zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken und nimmt, logischerweise, ein gutes Ende.

Gerade die leisen Töne, die neue aufflammende Liebe des Großvaters, aber auch seine Art, mit der Vergangenheit umzugehen, haben mir so richtig gut gefallen.

Eingestreut werden immer wieder Informationen zum Thema Bienen und der Bienenzucht; ein ganz neuer Aspekt mit dem ich mich bisher nie beschäftigt habe.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Einteilung in die Kapitel. Jedes Kapitel wird mit einer Information zum Thema Bienenzucht eingeleitet und es gibt bei jedem Kapitel ein Rezept mit Honig. Gerade diese Rezepte waren für mich als Hobbyköchin Versuchung pur.

Für mich war dieses Buch ein richtiges Sommerhighlight – ich bin total begeistert und werde mir jetzt auf jeden Fall noch den Vorgängerband zulegen und – wenn es weitergehen sollte mit Bella Vista – auch einen 3. Teil.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

Daten:
Autor: Susan Wiggs
Titel: Der Geschmack von wildem Honig
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch (Januar 2015)
ISBN: 978-3956491016
Originaltitel: The Beekeeper’s Ball

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