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Der Holundergarten von Susanne Schomann

Das Susanne Schomann ihre Protagonisten erst einmal durch die Hölle schickt, ehe sie ihr Glück finden dürfen, habe ich in den anderen Büchern der Autorin mehr als einmal erleben dürfen.

Im zweiten Band ihrer Lunau-Serie stellt sie das einmal mehr unter Beweis und hat dabei einen Roman erschaffen, den man nur schwer aus der Hand legen kann. Von der ersten Seite, vom ersten Moment an den man wieder in Lunau verbringt, ist man mittendrin in der Geschichte. Man trifft liebgewonnene Charaktere aus dem ersten Band wieder, vertieft seine „Beziehung“ zu Figuren aus eben diesem und trifft neue Charaktere, die eingeführt werden. Die einen, die liebt man sofort, obwohl sie als „Bad Boy“ des Ortes dargestellt werden und andere sind einem gleich irgendwie unsympathisch.

„Schuld“ daran sind die glaubhaften und nachvollziehbaren Charaktersierungen der Autorin. Sie schafft es immer wieder, mit Worten, mit Beschreibungen die handelnden Personen so zum Leben zu erwecken, das sie menschlich wirken und sich der Leser (mehr oder weniger) mit ihnen identifizieren kann.

Gerade die Geschichte um Rafael, den abgeblichen Bad Boy und besten Freund von Kjell ist bewegend, berührend und macht irgendwie auch sprachlos. Ich kann seine Angst, seine Wut und seinen Hass auf das Dorf sehr gut verstehen und nachvollziehen. Und ich ziehe den Hut vor Luisa. Diese wunderbare, starke Frau. Die so stark ist, die zu ihren Gefühlen steht und doch selbst so verletzbar ist.

Was ich bei den Büchern von Susanne Schomann so sehr liebe, ist die Ausgewogenheit. Hier kommen leidenschaftliche Liebesszenen genauso vor wie eine Prise Spannung. Dazu werden sehr bildhafte landschaftliche Beschreibungen und eine Messerspitze voller Gefühle gemixt. Nichts davon überwiegt, alles hält sich die Waage und damit kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Auch das bei anderen Büchern immer mal wiederkehrende „hab ich schon mal gelesen“-Deja vu fehlt hier vollkommen.

Das Setting der Lunau-Reihe, das kleine Dorf irgendwo im Norden, ist so liebevoll gestaltet und beschrieben, das man faktisch durch die Straßen wandelt. Ich würde mich zu gern zu Isabell in das Buchcafe setzen, dort ein Stück des unvergleichlichen Kuchens genießen und anschließend im Bücherladen stöbern. Und dann würde ich weiterziehen, zum Abschluss des Tages mir einen herrlichen Blumenstrauß gönnen und mit Sicherheit mit einem glücklichen Lächeln und Tränchen in den Augen den Heimweg antreten.

Genauso ging es mir beim Lesen des Buches, genauer gesagt in dem Moment als ich das Buch beendet habe. Ich hatte ich glückliches Lächeln im Gesicht, da Susanne Schomann es wieder einmal geschafft hatte, ein richtiges Wohlfühlbuch zu zaubern, eine Atmosphäre zu schaffen in der man sich wohl gefühlt hat. Die Story hat, logischerweise und auch zum Glück, ein glückliches Ende gefunden und ich freu mich schon auf den 3. und hoffentlich nicht letzten Band der Serie.

Das kleine Tränchen im Augenwinkel kam davon, dass das Buch leider schon zu Ende war, ich gern mehr gelesen hätte. Der Abschied von Lunau und seinen Bewohnern ist mir sehr schwer gefallen.

Ein kleiner Trost sind die tollen Rezepte im Buch, die hier natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen und das Cover fügt sich sehr gut in die Sammlung der Bücher von Susanne Schomann ein – da stimmt einfach wieder alles.

An dieser Stelle ein großes Kompliment und Dankeschön an die Autorin, die mich mit ihren Büchern immer wieder verzaubern kann.

Daten:
Autor: Susanne Schomann
Titel: Der Holundergarten
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch (Februar 2015)
ISBN: 978-3956491115

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