Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Herrscher über Elbenthal – ein Interview mit Ivo Pala

Ivo Pala

Vor der im Haus des Buches in Dresden stattfindenden Lesung des zweiten Bandes seiner Elbenthal-Saga hatte ich das große Vergnügen, Ivo Pala auf ein kurzes Interview zu treffen. Ich war – und das gebe ich gern zu – so nervös – dass wir dann doch beschlossen, das Interview per Mail zu führen.

Ich bedanke mich bei Ivo Pala für sein Verständnis, seine Geduld und natürlich für die Beantwortung meiner 5 Fragen. 

Katja: Sie stammen aus dem Rheingau, leben in Berlin und schreiben ein Buch das in Dresden spielt. Welche Quellen haben sie genutzt um sich mit der Region vertraut zu machen? Waren sie selbst vor Ort?

Ivo Pala: Nichts schlägt die Recherche vor Ort. Schon einmal gar nicht, wenn es sich dabei um einen solch magischen Ort wie Dresden handelt. Allein der Zauber des Flusses und die Inspiration, die die ihn umgebende Landschaft und Architektur liefern, sind kaum zu übertreffen. Vor Ort zu recherchieren, ist außerdem ein zusätzlicher Reiz des Schriftstellerdaseins – besonders, wenn man dadurch an so einzigartige Stätten reisen darf wie die Festung Elbenthal.

Katja: Ihr Name vermittelt die Mystik und das Geheimnisvolle der Fantasy. In den letzten Jahren ist dies ein aufblühender Zweig in der Unterhaltung und wird vor allen Dingen auch in Online-Rollenspielen thematisiert. Wie stehen Sie zu solchen Spielen? Spielen sie selber und was würden Sie sagen, wenn auf ihre Elbenthal-Saga ein solches Spiel basieren würde.

Ivo Pala: Wenn es meine Zeit zulässt – was in den vergangenen Monaten durch meine Arbeit am zweiten Teil der Krimi-Serie, die ich unter dem Pseudonym „Richard Hagen“ schreibe, und am dritten Teil der Elbenthal-Saga leider eher selten der Fall ist – spiele ich hin und wieder ganz gerne das eine oder andere MMORPG – und natürlich fände ich es umwerfend, wenn es irgendwann einmal ein solches auf Basis der Elbenthal-Saga gäbe.

Katja: Wer Fantasyromane schreibt, muss sehr viel Phantasie haben. Schon allein, um sich all die Orte, Geschichten und Protagonisten auszudenken. Spielt die Phantasie eine große Rolle in ihrem Leben?

Ivo Pala: Ja, das tut sie – zweifelsfrei. Träume haben die gewaltige Kraft, die Realität zu formen. Nichts Neues in der Geschichte der Menschheit ist jemals ohne Phantasie entstanden.

Katja: Fantasy ist ja ein Genre, das boomt. Viele Autoren stürzen sich auf den doch recht großen Bereich und es tummeln sich unendlich viele Elfen, Engel, Zwerge und allerlei andere phantastische Figuren in der Welt der Fantasy. Ist es schwer, ein Thema, eine Geschichte zu finden, die es so noch nicht gab? Hat das Genre der Fantasy eine Zukunft so lange die Menschen sich in andere Welten träumen oder wird der Hype irgendwann vorbei sein?

Ivo Pala: Mir ist es gar nicht wichtig, eine Geschichte zu lesen oder zu schreiben, die es so noch nicht gab – zumal das bei der Menge an Geschichten, die in den vergangenen Jahrtausenden erzählt oder geschrieben wurden, nicht nur extrem unwahrscheinlich ist, sondern auch – gerade wegen der großen Menge – weil ich gar nicht wissen kann, was es schon gibt und was nicht.

Ich vergleiche gute Geschichten gerne mit gutem Essen: Manche Speisen genießt man besonders, weil sie einem neu erscheinen und exotisch,

Ivo und ich
Ivo und ich

andere wiederum, gerade weil sie ganz genau so schmecken, wie sie schon immer geschmeckt haben. Manche müssen komplex sein, andere wiederum so einfach wie möglich.

Zum Genre Fantasy: Die älteste bisher entdeckte Literatur der Welt aus Mesopotamien und Ägypten (z.B. der „Gilgamesh-Epos“ und „Die Legende von Etanna“) sind Werke der Fantasy. Insofern ist es das am längsten existierende Genre überhaupt. Denken wir nur an die „Ilias“ und die „Odysee“, die „Edda“ und die „Völuspá“, die Artus- und Roland- und Thedrik-Legenden, an die Völsungen-Saga, an „Faust“, „Gullivers Reisen“, die Arbeiten Jules Vernes‘ oder Haggards, Mary Shelley, Edgar Rice Burroughs, H. G. Wells, Baum, Nesbit, Barrie, Carroll, Lewis, Lagerlöf, Tolkien, Asimov, Moorcock, Lindgren, Bradley, Feist, Lumley, und und und …

Mit Hypes kenne ich mich nicht aus, aber ich kann garantieren, dass es auch in Zukunft immer gute Fantasy geben wird, die die Menschen auf Reisen in andere Welten führen wird.

Katja: Besteht ein großer Unterschied zwischen dem Schreiben von Drehbüchern und „echten Büchern“?

Ivo Pala: Die drei größten Unterschiede, die mir auf Anhieb einfallen: Erstens: Im Roman hat man die Möglichkeit der „Innenweltbetrachtung“ der Figuren, die man im Drehbuch nur durch Regieanweisungen ersetzen kann oder auch durch einen „Erzähler“. Der zweite Unterschied ist, dass man sich beim Schreiben eines Romans keine Gedanken zum Produktionsbudget machen muss. Zum dritten ist ein Drehbuch immer „nur“ ein Werkteil mit der Endbestimmung „Film“ als angestrebtes, eigentliches Werk – was es in den meisten Fällen einer nicht gerade geringen Zahl an Änderungen und Anpassungen unterwirft. Das gehört dazu, das ist normal – das kann nervig sein, aber auch spannend. Natürlich kann es auch bei einem Roman vorkommen, dass der Verlag, respektive der Lektor Änderungsvorschläge unterbreitet, aber das Endergebnis bleibt immer das Werk des Autors.

 

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