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Hörbuch: Die Flüsse von London von Ben Aaranovitch

Das Hörbuch, gelesen von Dietmar Wunder, begleitete uns auf einer langen Autofahrt und verkürzte uns diese gekonnt.

Vier Stunden lang lauschten wir der Stimme des Sprechers und waren begeistert. Auch wenn es, leider, nur eine gekürzte Fassung des Buches ist – die Art und Weise des Sprechers machte das wieder gut.

Dietmar Wunder ist es mit seiner Interpretation des Buches gelungen, den Hörer zu fesseln. Er arbeitete mit der gesamten Bandbreite der Stimme, so dass alle Emotionen hörbar waren, herausgehört werden konnten. Ihm gelang es, sowohl die witzigen als auch die ernsten Momente rüberzubringen und glaubhaft zu machen. Ohne das man ihn sieht, seine Gestik und seine Mimik, wusste man was Dietmar Wunder ausdrücken wollte.

Ich kenne die ersten drei Bände der Reihe bereits als Buch, daher sind mir die Kürzungen im Text natürlich aufgefallen. Was will man bei einer Laufzeit von knapp 4 Stunden statt etwas mehr als der doppelten Zeit (im englischen Original knapp 10 Stunden Laufzeit) auch erwarten. Aber: mit mir hat mein Freund das Hörbuch gehört und er kam klar und hat die Zusammenhänge verstanden.

Meine Meinung zum Buch an sich:
„Die Flüsse von London“ war Anfang 2012 ein Buch, das mich auf vielen Ebenen total überrascht hat.

Zum einen: Die Zeit in der es spielt. Auf Grund des ansprechenden Covers und der Kapitelüberschriften habe ich gedacht, das Buch spielt in der Vergangenheit ‚ vielleicht so um 1800. Doch hier habe ich mich das erste Mal getäuscht. Das Buch spielt in der heutigen Zeit, im heutigen London.

Zum anderen: Ich hatte gedacht dass ich mit dem Humor des Autoren nicht klar komme, da ich kein Fan von Mr. Bean zum Beispiel bin. Doch auch hier wurde ich eines besseren belehrt. Der trockene britische, teilweise doch skurrile Humor hat mir von Anfang gefallen und da ich das Buch überwiegend in der Straßenbahn bzw. in der Mittagspause gelesen habe, bin ich immer mal wieder angeschaut worden, wenn ich ein Dauergrinsen im Gesicht hatte oder mir ein Lachen nicht verkneifen konnte.

Eine gekonnte Mischung aus Fantasy und Krimi erwartet den Leser, viele interessante Persönlichkeiten tummeln sich in dem Buch. Es gelingt dem Autor nicht immer, die perfekte Balance zu halten – mal überwiegt das phantastische und mal das kriminalistische – aber ihm gelingt es immer wieder das ganze auszupendeln, auszugleichen.

Die Spannungselemente waren nicht so gehalten, dass man vor atemloser Spannung das Buch nicht unterbrechen möchte. Es ist nicht so, dass man sich umschaut, ob das unheimliche hinter einem ist und es ist auch nicht so, dass das Blut förmlich aus den Seiten tropft.

Aber es ist so, dass die Geschichte an sich; mit ihren Zusammenhängen, den ungewöhnlichen Personen und den Fantasy-Einschlägen; es so spannend macht, dass man immer wieder richtig gern zu dem Buch greift und weiterlesen möchte.

Dem aufmerksamen Leser werden die Anspielungen auf diverse andere Fantasy-Romane und Figuren nicht entgehen. Besonders die Figur des Harry Potter hat es der Autor angetan. Ein Zitat, welches mit Sicherheit vielen im Gedächtnis hängen bleibt und das mir auch besonders gut gefallen hat war das hier

[…]
‚Wie Harry Potter!‘
Nightingale seufzte. ‚Nein, nicht wie Harry Potter.‘
‚Wieso nicht?‘
‚Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur.‘
[…]

Hier musste ich laut lachen, das war so herrlich wenn eine fiktive Romanfigur wie Nightingale so etwas sagt, und prompt zog ich viele Blicke auf mich.

Rundherum ein gelungenes Buch, auch wenn ich mir an der ein oder andere Stelle doch gewünscht hatte, das weniger passiert aber etwas mehr erklärt wird. Aber ich hab mich wohl gefühlt und werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.

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