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The Shadow Force: Raven von Andrea Mertz

Das Buch „The Shadow Force: Raven“ von Andrea Mertz bekam ich direkt vom Verlag als Leseexemplar zur Verfügung gestellt. Das Buch war in der Juli-Ausgabe der LoveLetter besprochen wurden und klang so interessant, das ich es unbedingt lesen wollte.
In dem Buch geht es um eine Spezialeinheit – die Schattenkrieger – die alle mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind und gegen einen Feind in den eigenen Reihen kämpfen. Also ein spannender Plot, dazu eine Frau in Nöten, gewürzt mit Leidenschaft und Erotik – eigentlich die perfekte Mischung für ein Buch so wie ich es liebe.

Leider muss ich nach dem Lesen sagen, dass mich das Buch – übrigens das erste der Autorin für mich – nicht zu 100% überzeugen konnte.

Ich fand den Schreibstil von Andrea Mertz sehr ansprechend – locker, witzig. Gewürzt mit ein paar, teilweise doch ein paar recht lustige Vergleiche / Parallelen, die mich zum schmunzeln brachten.

Die Sprache war klar, dennoch sehr detailliert und damit genau ansprechend. Eine gute Mischung zwischen Klarheit und jugendlicher Leichtigkeit, gepaart mit gut Recherchierten Details über einzelne Komponenten des Buches.

Die beiden Hauptfiguren Lianne und Raven waren gut gezeichnet und charakterisiert, konnten mich allerdings nicht auf der ganzen Linie überzeugen. Irgendetwas, was ich nicht näher bezeichnen kann, fehlte mir bei den beiden. Es ist mir nicht gelungen, mich mit den beiden zu identifizieren. Da haben mich Buzz und Frank, zwei Nebenfiguren des Buches, mehr angesprochen.

Die Geschichte an sich war spannend. Sie begann rasant, hatte auch immer wieder spannende Eckpunkte die mich in Atem hielten, aber auch „Ruhephasen“ wo die Geschichte leicht dahin plätscherte und man wieder zu Atem kam.

Was mich ein kleines bisschen gestört hat waren die teilweise ausschweifenden Erklärungen. Hier wurde mein Lesefluss unterbrochen, ich brauchte etwas bis ich nach dem „drüberfliegen“ über die für mich komplett uninteressanten Stellen wieder reingekommen bin.

Und dieser eine Begriff, der mir zu oft im Buch vorkam und der mich genauso genervt hat wie „die innere Göttin“ bei Shades of Grey. Was zum Teufel bedeutet „Holy Moly“? Das musste ich nach dem Lesen des Buches erstmal googeln und bin jetzt etwas schlauer – es soll Heiliger Bimbam oder Heiliger Strohsack bedeuten. Da hätte man mit Sicherheit eine andere Variante bzw. vielleicht auch andere unterschiedliche Phrasen finden können.

Außerdem: Wieso essen die Deutschen scheinbar nur Bratwurst? Den Seitenhieb auf die Deutschen aus der Sicht der Engländer würde ich ja verstehen, wenn es eine englischsprachige Autorin geschrieben hätte. Aber so? Nun gut, das empfindet sicherlich jeder Leser anders. Es kamen noch andere Verweise – zum Beispiel auf Filme die mich schmunzeln liesen weil ich den Film sehr mag bzw. die mich die Augenbraune hochziehen liesen, weil ich wahrscheinlich nur auf den Vergleich gewartet hatte. Bei MI6 denkt doch fast jeder sofort an James Bond, da war der Vergleich leider keine Überraschung.

Was mir etwas gefehlt hat war eine Auflösung. Entweder habe ich es überlesen oder es wurde der Grund für die Taten nicht wirklich erklärt. Aber vielleicht, und so hat es den Anschein, war war dieses Buch der Auftakt zu einer neuen Serie, und somit war das Ende und die Frage nach dem Warum bewusst offen gestaltet. Es hat sich nicht alles aufgelöst, aufgeklärt sondern blieb teilweise im Dunkeln verborgen.

Im Großen und Ganzen war es ein sehr interessantes Buch, mit einer interessanten Geschichte auch wenn ich gerade bei dem Thema ein Deja vu hatte. Aber da Geschichten um Spezialeinheiten derzeit einen Boom zu haben scheinen, ist dies nicht wirklich verwunderlich. Nur hatte ich immer wieder das Gefühl, ein Buch rund um die Schattenkrieger als Spezialeinheit schon mal gelesen zu haben.

Eine Rezension zu schreiben ist nicht immer leicht und kann sehr schnell zu einer Gratwanderung der Extra-Klasse werden. Denn man will ja das Buch gerecht loben bzw. kritisieren; muss einen gesunden Mittelweg finden und viele Faktoren mit einbeziehen. Diese Rezension war für mich sehr schwierig zu schreiben.

Ein größerer Kritikpunkt ist hier noch vorhanden – etwas was ich aber nicht der Autorin vorwerfen kann sondern eher den Verlag betreffen.

Für mich als Leser war das Buch, das fast A5-Größe hat, etwas unhandlicher als ein normales Taschenbuch. Dazu kommt, dass es den Anschein erweckt fast nur aus Fließtext zu bestehen. Es fehlten Absätze, die Schrift war relativ klein und der Rand schmaler als bei einem normalen Buch. Außerdem fand ich den Preis für ein Taschenbuch mit 14.99 Euro für 200 Seiten doch recht happig.

Wie gesagt – das sind Kritikpunkte die den Verlag und nicht die Autorin betreffen und daher in die Wertung nur am Rande einfließen. Hierbei denke ich, dass all das dem geschuldet ist, das der Sieben-Verlag eben doch ein recht kleiner Verlag ist.

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