Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Auf der Couch mit …. Kirsten Schützhofer

Bevor ich das Interview mit der Autorin Kirsten Schützhofer – bekannt durch ihre historischen Romane wie „Die Tochter des Advokaten“ und „Die Kalligraphin“ führte, wusste ich nicht das sie unter verschiedenen Pseudonymen weitere Bücher, ebenfalls historische Romane, schreibt.ü

Mit meiner Anfrage bei Ihr, ob Sie mir ein Interview geben würde, entstand ein reger Austausch und ich lernte Kirsten als eine sehr nette, charmante und vielseitige Frau kennen. Es hat mir viel Spaß gemacht, mich mit ihr zu unterhalten und ich freue mich auf die Leipziger Buchmesse 2014, wenn ich Sie das erste Mal live erleben werde.

Katja: Von der Lehrerin über die Bibliothekarin bis hin zur Autorin – 3 Berufe bzw. Berufswünsche. Zumindest zwei davon haben mit Büchern und somit mit Literatur zu tun. Wenn Du noch einmal ganz am Anfang stehen und den Weg neu gehen könntest – würdest Du Dich wieder genauso entscheiden? Oder würdest Du doch einen anderen Weg gehen, etwas ganz anders machen?

Kirsten: Manchmal frage ich mich natürlich schon, ob ein Umweg weniger auch möglich gewesen wäre … Andererseits habe ich alles, was ich getan habe, gerne getan und letztendlich schöpft man ja auch aus seinen Erfahrungen. Mein Weg, das bin ich, und das muss ich akzeptieren.

Katja: Am Anfang, als ich dieses Interview mit Dir geplant habe, war ich der felsenfesten Meinung, dass ich noch kein Buch von Dir gelesen habe. Bis ich darauf gestoßen bin, dass Du ja  noch unter einem Pseudonym Bücher schreibst und ich doch tatsächlich ein Buch gelesen habe.

Nun habe hab einmal gelernt, dass man ein Pseudonym dann nimmt, wenn man ein anderes Genre ins Auge fasst, also was ganz anderes schreiben möchte. Du schreibst jedoch sowohl unter Kirsten Schützhofer als auch unter Sofia Caspari historische Romane. Warum war dann das Pseudonym sinnvoll?

Kirsten: Bevor ich mit den Pseudonymen begonnen habe, habe ich mir ehrlich gesagt, gar nicht so viele Gedanken darum gemacht. Ein wenig ist es, als würde ich in unterschiedliche Rollen schlüpfen, was mir wiederum zusagt – ich wollte schließlich auch mal Schauspielerin werden. Sinnvoll ist die Aufteilung für mich gerade, weil ich mich sowohl als Kirsten Schützhofer als auch als Sofia Caspari im historischen Bereich bewege – und in gewisser Weise auch mit Rebecca Martin, meinem 3. Pseudonym -, es sich aber trotzdem um unterschiedliche Genres handelt. Bei Sofia Caspari liegt der Schwerpunkt mehr auf Exotik und dem Schicksal von Auswanderern im 19. Jahrhundert, als Rebecca Martin schreibe ich Familiengeheimnisses. Kirsten Schützhofer ist die, die historische Romane in Reinform schreibt. Allerdings hat die gerade Pause. Allen gemeinsam ist, dass ich Wert auf ordentliche Recherche lege, auch wenn es sich natürlich lediglich um meine Interpretation davon handelt, was oder wie es gewesen sein könnte.

Katja: Ist es überhaupt sinnvoll, unter verschiedenen Namen Bücher zu veröffentlichen? Verwirrt man da nicht den Leser, dem als Fan von Kirsten Schützhofer vielleicht Bücher entgehen, nur weil er nicht weiß wer wirklich hinter Sofia Caspari steckt?

Kirsten: Nein, die Befürchtung habe ich nicht. Es war von vornherein klar, dass ich die Pseudonyme offen führen werde. Jeder kann wissen, dass Kirsten Schützhofer hinter Sofia Caspari steckt. Ich weiß auch, dass es Leser meiner Kirsten-Schützhofer-Bücher gibt, die mit Sofia Caspari gar nicht können.

Katja: Glaubst Du, dass ein Pseudonym wirklich mehr Leser bringt? Oder ist das ein Mythos? Ist das generell sinnvoll oder nur bei einem Genrewechsel? Als Rebecca Martin schreibst Du ja zum Beispiel Geschichten, die in der Gegenwart spielen.

Kirsten: Nein, ein Pseudonym bringt sicherlich nicht unbedingt mehr Leser. Ob es generell sinnvoll ist, kann ich auch nicht sagen. Mir hat es gepasst.

Katja: Hast Du ein Mitspracherecht bei der Auswahl / der Gestaltung des Covers gehabt oder lag das ganz in den Händen des Verlages?

Kirsten: Ich kann immer meine Meinung sagen, aber tendenziell ist das die Sache des Verlags.

Katja: Welches Buch, welchen Klassiker der Weltliteratur hättest Du gern geschrieben?

Kirsten: Oh, das ist ja mal eine Frage. Ich weiß es nicht, ich glaube keins. Aber ich kann sagen, dass ich das ein oder andere Buch sehr gerne gelesen habe. „Rot und Schwarz“ von Stendhal zum Beispiel. Die Bücher von Frances Burney haben mich während meines Studiums beeindruckt, ebenso „Sturmhöhe“ von Emily Brontë. Abseits der Klassiker hatte ich mal eine heftige Anne Rice-Phase, bis ich fand, dass ihre Figuren immer seltsamer werden. „Interview mit einem Vampir“ finde ich aber immer noch sehr gut.

Katja: Du schreibst historische Romane – da liegt natürlich die Frage nahe, in welcher Zeit hättest Du gern gelebt? Und warum? Was hätte Dich gerade an dieser Zeit am meisten fasziniert? Welcher berühmten Persönlichkeit dieser Zeit hättest Du gern über die Schulter geschaut?

Kirsten: Am liebsten lebe ich in der Gegenwart. Seien wir ehrlich, das Leben in früheren Zeiten war oft nicht unbedingt das leichteste. Allerdings hätte ich nix gegen Zeitreisen, denn faszinierend finde ich doch Einiges. Wem hätte ich gerne über die Schulter geschaut …Wo fange ich da an? Ich hätte mir gerne mal die Anfänge der französischen Revolution angesehen, oder eine mittelalterliche Baustelle und dann hätte ich gerne mal Jane Austen und anderen Autorinnen der Zeit über die Schulter geguckt. Da gibt es Vieles, was ich mir gerne mal ansehen würde.

Katja: Wie entsteht bei Dir eine neue Geschichte? Was ist zuerst da? Die Story an sich oder die Protagonisten? Wie behält man als Autorin den Überblick über all die Figuren und Ereignisse? Und wie verhindert man, dass die Hauptperson des Buches mal blonde und mal rote Haare hat zum Beispiel? Wie kann man Verwechslungen ausschließen?

Kirsten: Das ist unterschiedlich. Ich hatte Geschichten, die begannen mit einem Gebäude, andere wurden durch Zeitungsartikel inspiriert, bei wieder anderen war plötzlich eine Szene da. Bisher hatte ich keine Probleme, den Überblick über Personen und Ereignisse zu behalten, aber ich führe auch Listen, auf denen ich Alter, Geburtstage und Aussehen notiere. Nicht, dass plötzlich alle rote Haare haben.

Katja: Der Winter war kein richtiger Winter, der Frühling lässt auf sich warten. Draußen ist es aktuell grad ungemütlich und das Wetter lockt mich nicht gerade aus der Wohnung. Es ist Zeit, sich abends eingemummelt auf die Couch zu kuscheln und ein gutes Buch zu lesen.

Hast Du für die Leser dieses Interviews einen Buchtipp? Zu welchem Titel sollte man in dieser gerade sehr ungemütlichen Jahreszeit unbedingt greifen?

Kirsten: Irgendwie bräuchte ich im Moment selbst einen Buchtipp. Arbeit, Kind und die Überreste vom Hausbau halten mich gerade ziemlich auf Trab. Als Letztes habe ich den „Lavendelgarten“ gelesen, der mir viel besser gefallen hat, als das erste Buch von Lucinda Riley, und ich freue mich auf Laila El Omaris erstes Jugendbuch und auf den nächsten Thriller von Tess Gerritsen. Ich liebe Thriller.

Katja: Das gute alte Buch, das E-Book und das Hörbuch – zu welcher der drei Medien greifst Du  am liebsten? Schmökerst Du lieber im  „echten“ Buch oder bevorzugst Du die elektronische Variante? Oder lässt Du Dir gern etwas vorlesen?

Kirsten: Alles. Hörbücher gerne bei Autofahrten und beim Bügeln. E-Books im Urlaub. Bücher

Katja: Soweit ich das verfolgt haben, bist Du sehr aktiv was Leserunden angeht. Was gibt Dir speziell so eine Leserunde? Die Spekulationen, die Gedanken der Leser zum Buch hautnah mitzuerleben. Haben sich Kommentare der Leser bei Dir auch schon mal auf ein neues Buch, eine neue Romanidee niedergeschlagen? Nimmst Du Kritik und Anregung gerne auf? Oder ist es Dir lieber, wenn nur gelobt wird und Kritik ganz ausbleibt?

Kirsten: Was ich an einer Leserunde besonders interessant finde, ist, die eigene Geschichte durch fremde Augen zu sehen. Dadurch lernt man ganz neue Facetten der Geschichte kennen, und das macht die Sache wirklich spannend. Auch wenn ich dabei vielleicht nicht alle Sichtweisen teile, macht so etwas echt Spaß. Natürlich ist es auch schön, wenn jemand etwas ganz ähnlich sieht wie ich. Dass sich Kommentare von Lesern auf irgendeine Art und Weise in neuen Büchern niederschlagen, davon gehe ich aus. Kritik und Anregungen nehme ich gerne auf. Es muss durchaus nicht nur gelobt werden, warum auch? Ich finde ja auch nicht alle Bücher toll, die ich lese.

Katja: Vielen Dank für Deine Zeit und die Beantwortung meiner Fragen. Es hat mir viel Spaß gemacht 🙂

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