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Die Schwestern aus der Steeple Street: Ein neuer Anfang von Donna Douglas

Wie habe ich sie geliebt bzw. liebe sie noch immer: Die Serie rund um die Nightingale Schwestern von Donna Douglas. Umso neugieriger war ich natürlich, als ich festgestellt habe, dass es eine neue Reihe gibt. Es musste aber ein wenig Zeit vergehen bis ich dann doch zugegriffen habe. Hatte ich doch die bange Frage im Hinterkopf, ob ihre neue Serie mit den Nightingale Schwestern mithalten kann.

Sie kann es. Auch wenn sie nicht an die Nightingale Schwestern heranreichen kann – zum Glück gibt es da in diesem Jahr noch Nachschub – kann die neue Reihe trotzdem gut unterhalten.

Es gibt auch hier bewegende Schicksale von Patienten aber auch den Schwestern und interessante Einblicke in den Alltag der Schwestern, den ich mir so nicht vorgestellt hatte. Sind sie doch so viel mehr als einfach nur Schwestern, die medizinische Handreichungen erledigen. Gemischt mit Geheimnissen und Drama, gewürzt mit Romantik und Emotionen verpackt Donna Douglas dies zu einem lesenswerten Stück englische Geschichte.

Dabei greift die Autorin auf ihren flüssig-lebendigen Schreibstil zurück, der dafür sorgt dass man gar nicht merkt, dass das Buch 500 Seiten etwa hat.

Zwei Kritikpunkte habe ich, an denen ich merke, dass der erste Band der neuen Reihe doch nicht an die vorherige Serie anknüpfen kann:

Da sind zum einen die Charaktere, die mich nicht wirklich fesseln konnten. Ein Teil der nicht so präsenten Charaktere blieb sehr blass, ohne Konturen und könnten beliebig ausgetauscht werden. Die einzig wirklich interessante Figur für mich war komischerweise Bess. Agnes war mir zu arrogant weilweise, wobei sich das dann auch geändert hat im Laufe der Geschichte. Aber sie war nicht greifbar. Und Polly – die war mir auch zu wenig greifbar und wenn, dann wirkte sie bockig auf mich. Meine Lieblingsfigur war der kauzige Isaiah Shapcott, der mich zum Nachdenken und Lachen gebracht hat.

Zweites Manko für mich war der Rahmen der Handlung: Auf der einen Seite lernt man viel über das Leben und Arbeiten der Gemeindeschwestern in den 1920er Jahren. Wir „streifen“ mit den Gemeindeschwestern durch die Armenviertel der Stadt London, erleben den Schmutz und Gestank, das Ungeziefer und den Verfall – aber auch den Stolz, den Mut und den Kampfgeist der Bewohner des Viertels. Soweit so gut. Was mir aber fehlt ist der historische Hintergrund, geschichtliche Details und ein Bezug darauf. Das war bei den Nightingale Schwestern besser gelöst und hatten diese Buchreihe daher ein wenig packender gestaltet

Auf Grund der Kritikpunkte gibt es von mir 3 von 5 möglichen Sternen. Dennoch, weil ich sehr neugierig bin wie es mit den bisher eingeführten Personen weitergeht, werde ich demnächst zum zweiten Teil der Serie greifen.

Daten:
Autor: Donna Douglas
Titel: Die Schwestern aus der Steeple Street: Ein neuer Anfang
Herausgeber: Lübbe (April 2019)
Taschenbuch : 496 Seiten
ISBN: 978-3404178179
Originaltitel: The Nurses of Steeple Street

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