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Offene See von Benjamin Meyers

Kurz vor Weihnachten habe ich im Radio die Buchbesprechung zu „Offene See“ verfolgt und fand diese so interessant, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Und ich muss sagen, zum Glück habe ich den Radiobeitrag gehört.

Ein Buch über das Verlassen des vorgegebenen Lebens, sich einfach auf den eigenen Willen verlassen bzw. darauf zu hören. Es gibt viel Bezug zum 2. Weltkrieg, der gegenseitige Hass aufeinander. Die Engländer auf die Deutschen und umgekehrt. Der Krieg hat nur für Elend gesorgt, egal wo man hinschaut. Seite 26 Zitat: „In diesen Gesprächen mit Fremden wurde der Krieg kaum erwähnt; diese Bestie blieb begraben. Sie war noch zu frisch, um exhumiert zu werden.“

Robert, ein 16-jähriger junger Mann, dessen Leben durch Krieg und Entbehrungen geprägt war und ist, ist einer der Hauptprotagonisten des Buches. Sein Weg ist vorgegeben, in seinem Dorf arbeitet jeder im Bergwerk, ist halt so und schlau kann nicht sein, Universität ist nichts für ihn. Wo ist da der Fortschritt?

Er begibt sich auf eine Reise und steht vorm Cottage von Dulcie. Eine starke Frau, der die Meinung anderer völlig schnuppe ist. Man lebt nur einmal und man sollte sich in keine Schublade pressen lassen.

Folgende Zitate haben mich beim Lesen beeindruckt und ich mochte sie hier anführen.

Zitat Seite 33: „Es sollte einer dieser Momente werden, in denen das Leben einen neuen Weg eröffnet, dessen Bedeutung sich vielleicht erst Jahre später voll und ganz erfassen lässt.“

Seite 112 „… Romantik ist nämlich nicht gleichbedeutend mit Herzschmerz und Rosen. Romantik ist ein Gefühl, und Romantik ist Freiheit. Romantik ist Abenteuer und Natur und Wanderlust. Sie ist Meeresrauschen und der Regen auf der Zeltplane und ein Bussard hoch über einer Wiese und das morgendliche Erwachen mit der Frage, was der Tag wohl bringen mag, um dann loszuziehen und das herauszufinden. Das ist Romantik.“

Seite 214 „Dann musst du dein Netz weiter auswerfen. Was du ja wohl schon tust, einfach, indem du hier bist. Ja, wirf dein Netz aus und hol es ein. Der Fischer wartet nicht ab, bis die Fische aus dem Meer in sein Boot springen. Er fährt raus zu den Laichgebieten.“

Ein sehr gelungenes nachdenkliches Buch. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Daten:
Autor. Benjamin Meyers
Titel: Offene See
Herausgeber: DuMont Buchverlag (März 2020)
Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
ISBN: 978-3832181192
Originaltitel: The Offing

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