Ich mag den Autor Frank Goldammer, ich habe einige seiner sehr spannendes historischen Krimis bereits gelesen und ein weiterer liegt noch als Neuzugang auf meinem SUB.
Sein neuester Krimi führt und an die Ostseeküste – sowohl an die deutsche als auch an die polnische. Und so ist auch das ermittelnde Team aufgebaut: eine deutsche Kommissarin und ihr polnischer Gegenpart.
Ich fang mal mit dem positiven an. Mir haben die Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten sehr gut gefallen, der kleine darin versteckte „Sprachkurs“ und das kleine Glossar am Ende des Buches. Auch der Krimianteil, der Fall und die Wendungen, die er genommen hat, waren gut durchdacht und strukturiert aufgebaut.
Was mir nicht gefallen hat waren die Charaktere. In erster Linie Lena mit all ihren Vorurteilen. Das war auf den ersten Seiten noch „witzig“ und hält unter Umständen dem ein oder anderen Leser einen Spiegel vor. Denn wer kennt genau diese Vorurteile nicht, es ist allgemein bekannt. Und genau darin lag mein Problem: es wurde ständig wiedergekäut, es gab bei Lena keinerlei Lerneffekt und durch die ständigen Wiederholungen war ich wahnsinnig schnell genervt.
Mir fehlt bei ihr, aber eigentlich auch grundsätzlich bei allen Charakteren die Tiefe. Ich hatte das Gefühl, das der Autor hier leider nur an der Oberfläche kratzt und jeder einzelne blass bleibt. Dabei gibt jeder für sich genug Potential her, um vielschichtig zu sein.
Dazu hat das Buch aufgrund der Erzählweise etliche Längen, in denen nicht wirklich was passiert und die Story an Drive verliert.
Alles in allem ein nett zu lesender Krimi, aber mit Sicherheit nicht das Beste Buch aus der Feder von Frank Goldammer.
Daten:
Autor: Frank Goldammer
Titel: Strandopfer
Herausgeber: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungstermin: 15. Mai 2026
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 978-3499019173