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Mammutmarsch Dresden – Es ist vollbracht

Jetzt hier zu sitzen, am Tag nach dem Mammutmarsch, auf die Urkunde und die Medaille zu blicken, ist für mich gerade ein unglaubliches Gefühl. Damit habe ich eigentlich das Ende meines Berichtes schon vornweg genommen, aber na ja. 

Jetzt erstmal von Anfang an.

Am Samstag, den 06.06.2026, klingelte bei Markus und mir bereits um 5 Uhr der Wecker. Nicht ganz eine Stunde später sind wir aus dem Haus, zur Straßenbahn gelaufen und haben uns mit direkt zum Messegelände kutschieren lassen. Als wir in die Bahn eingestiegen sind, saßen bereits ein paar wenige „Mammuts“ in der Bahn, aber mit jeder Haltestelle wurde es mehr. Leicht zu erkennen waren sie ja: an den Rucksäcken, an den Finisher-Bändern und Patches daran oder an den Shirts die sie anhatten. Man hätte die Bahn getrost auch als „Mammut-Bahn“ deklarieren können, denn irgendwann waren es tatsächlich nur noch Mammuts.

Im Startbereich angekommen, konnten wir es ganz ruhig angehen lassen. Denn die Startunterlagen hatte ich bereits am Freitag beim Pre-CheckIn abgeholt und dabei meine Wanderbuddys Sylvia und Sebastian getroffen.

Markus war dann 7:15 Uhr der erste von uns, der den Startkanal betreten hat und 15 Minuten später auf seine 50 km-Strecke ging. Ich stand am Ziel und hab ihm von Herzen gern zugejubelt. Stolz auf ihn, weil er die 50er ohne Wanderbuddy an seiner Seite in Angriff nahm.

Viel Glück Markus

Kurz nachdem er auf der Strecke war, kamen Sylvia und Sebastian an. Nach einer kurzen Begrüßung ging es dann auch für uns in den Startkanal und punkt 8 Uhr waren wir mit einem kleinen Teil der Mammutherde auf unseren 30 km unterwegs.

Die ersten Kilometer, entlang der Elbe, waren geprägt von der Herde, die sich quasi erst „lösen“ musste, von Fahrradfahrern welche teilweise im Vollspeed an uns vorbei rasen wollte. Spoiler: das funktionierte weniger gut und führte (leider) auch zu bösartigen Kommentaren einer Frauen-Fahrradgruppe der Wanderern gegenüber. Aber nun ja, es muss auch solche geben.

Unser Weg führte uns von der Rinne aus durch den Hafen und über das „kleine Blaue Wunder“ zur Flügelwegbrücke. Von dort aus nach Übigau auf die Seite der Kläranlage. Entlang des Elberadwegs nach Altkaditz und von dort aus weiter nach Serkowitz und Vorbei am Lößnitzstadion Radebeul. Hier konnte ich meinen „Mitläufern“ erzählen, dass das Lößnitzstadion und das angrenzende Gymnasium sehr an Markus erinnern – er ist auf dieses Gymnasium gegangen und hier im Stadion trainieren jeden Mittwoch die „Suburbian Foxes“ (die Flagfootball-Mannschaft Radebeul) unter der Leitung ihrer Coaches, zu denen auch Markus zählt.

Nach 10 km kam der erste (von zwei) Verpflegungspunkt auf unserer 30er-Strecke und der befand sich am Kroko-Fit in Radebeul. Hier war ich schon durchgeschwitzt, konnte mich mit Sandwiches, Gemüse, Süßkram und Cola stärken und über den Kommentar von Markus aus der Ferne „1/3 geschafft. Glückwunsch!“ freuen.

Weiter ging es durch Radebeul und dann kam er, der von einigen so gefürchtete Anstieg in Radebeul:  die Spitzhaustreppen. Dort hieß es hoch und da war er dann bei mir, der Tempo-Einbruch. Die Treppen sind der Hammer, aber die Aussicht von da oben dann eben auch. Oben am Bismarkturm brauchte ich dann eine Pause und ganz dringend etwas zu trinken, ehe es weiter die Spitzhaus und dann auf der anderen Seite die Weberstraße wieder herunter. Über die Weinberg- und Eduard-Bilz-Straße ging es weiter zum Augustusweg, zum Dichterviertel und in die Junge Heide und entlang des Heidefriedhofs. Unter der Autobahnbrücke hindurch gelangten wir in die Dresdner Neustadt und über die Wiesen nach Trachau. Hier kamen wir ganz in der Nähe von Markus alter Wohnung vorbei und hier wäre für mich fast Schluss gewesen. Eine minimale Erhöhung auf dem Fußweg übersehen, gestolpert und hätte mich fast im Zaun wiedergefunden, wenn Sebastian nicht reflexartig zugegriffen hätte und mich davor bewahrt hat. Von da aus ging es weiter nach Mickten und zum Sportplatz am Sachsenbad.

Hier war, nach etwas mehr als 20 km, der zweite Verpflegungspunkt. Hier habe ich, leider zu spät, meine Schuhe ausgezogen und den feinen Sand und damit ein paar fiese Mini-Steinchen entfernt. Wir haben uns mit HotDogs, Cola und etwas Süßem gestärkt, ehe wir weitergelaufen sind.  Den nur einem kurzen Moment dauernden Nieselregen haben wir als sehr erfrischend empfunden an einem Tag, wo es der Wettergott sehr gut mit uns gemeint hat. Und obwohl Markus mit seinen 50 km vollauf beschäftigt war, kam auch hier eine Nachricht für mich: 2/3 geschafft. Super!

Das letzte Drittel der Strecke lag vor uns und führte und uns südwärts durch Altpieschen und über die Molenbrücke entlang des Elberadwegs durch die Hafencity, vorbei an Palaisgarten, Narrenhäusel und Regierungsviertel bis zur Albertbrücke. Auf der Albertbrücke kam dann das Schild „noch 5 km“ und von Markus die Nachricht „Nicht mehr weit für dich. Ich glaub an dich! Zieh durch“. Und das tat ich: dank dieser Nachricht und meinen Wanderbuddys Sylvia und Sebastian. Denn mittlerweile taten meine Füße höllisch weh und auch der Rücken brauchte vom Tragen des Rucksacks eine Pause. Sylvia nahm mir den Rucksack für ein Stück des Weges ab und weiter ging es nach dem überqueren der Brücke linkselbisch am Terrassenufer entlang bis zum Schloßplatz und von dort aus in die innere Altstadt. Entlang des Fürstenzugs zur Frauenkirche, vorbei an Schloß und Zwinger, hinter dem Landtag und wieder zur Elbe zurück. Von dort aus führte das letzte Stück den Rudolf-Harbig-Weg zum Heinz-Steyer-Stadion, wo ein toller Ordner trotz Footballspiel uns ohne dass wir warten mussten über die Straße lotste und so auch Autos für uns anhielt. Danke dafür. Dann kamen die letzten Meter durchs Ostra-Gehege und dort waren sie: unsere Kinder Max und Florentine und Marie (die Tochter von Sylvia und Sebastian) und mein Schwiegerpapa. Alle vier begleiteten uns bis zum Ziel am Trümmerberg in der Rinne.

Ich bin ehrlich: als ich durch das Ziel gelaufen bin und von Sylvia in den Arm genommen wurde, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Gemeinsam liefen wir die letzten Meter, nahmen die Medaille und das Finisherband entgegen.

Danach gab es für uns erstmal ein kühles Radler, wir holten unser Stempelheft und die Urkunde ab und … holten tief Luft. Wir hatten es geschafft. Wir hatten die 30 km, unseren ersten Mammutmarsch, geschafft. Wir sind sehr stolz auf uns.

Während Sylvia und Sebastian sich auf den Weg in ihr Hotel machten, blieb ich im Zielbereich, auf der Wiese sitzen. Neben mir das kleine Mammut, das mir Sylvia kurz vorher als Erinnerung an unseren gemeinsamen Tag geschenkt hatte und wartete auf Markus.

Eine Stunde später war auch er da und so wie ich ihn im Start verabschiedet hatte, nahm ich ihn im Ziel in Empfang, konnte sein Einlaufen fotografieren und ihm noch im Ziel gratulieren und ihm sagen, wie irrsinnig stolz ich auf ihn bitte. Was für eine krasse Leistung!

Wir sind stolz auf Medaille, Urkunde und Finisherband

Es war ein sehr schöner, sehr anstrengender und auch emotionaler Tag. Mit

toller Stimmung, einer größtenteils fantastischen Strecke (das ein oder andere hätte ich als Einheimischer anders gelöst, die Strecke anders geführt) und auch mit sehr schönem Wetter. Die Volunteers an den Verpflegungspunkten, die wenigen Streckenposte die wir gesehen haben – sie alle waren einfach großartig, immer freundlich, immer lächelnd und aufmunternd.

Aktuelle Zahlen von gestern sagen übrigens, das 96 % der Teilnehmer für die 30 km und 92 % für die 50 km ins Ziel eingelaufen sind.

So, und nun zu meinem ganz persönlichen DANKE.

An Markus – der von Anfang an an mich geglaubt hat und mich während meiner Wanderung – und Trotz das erst selbst unterwegs war, mich gepusht hat.

An Sylvia und Sebastian – meine Wanderbuddys, die an meiner Seite waren und gerade bei den letzten Kilometern so unglaublich wichtig waren.

Danke Sylvia – gemeinsam haben wir es gerockt 🙂

An Florentine, Max, Marie und meinen Schwiegerpapa, die im Ziel auf mich gewartet haben und die letzten Meter mit mir mitgelaufen sind.

Ich habe oft gehört, am Tag des Mammutmarsches – am Abend und vielleicht noch am nächsten Morgen wirst du fluchen und dich fragen, warum tust du das. Aber spätesten am zweiten Tag danach buchst du das nächste Event.

Ja, ich habe geflucht – vor allem nach dem ich meine zwei großen und verdammt schmerzhaften Blasen gesehen habe. Aber Ja – auch ich muss gestehen, es war zwar mein erster, aber nicht mein letzter. Es wird gebucht – nicht heute und nicht morgen – aber bald.

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