Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Wie aus Worten Welten werden – Teil 2 des Messeberichtes

Tag 2 – Freitag

Beim heutigen Frühstück vor dem Messebeginn – natürlich bei unserem Leipziger Lieblingsbäcker – machten wir die Bekanntschaft von Hagen Ulrich. Er ist Mitbegründer und Mitarbeiter im Bundesamt für magische Wesen – kurz BAfmW – und so ganz nebenbei auch noch Autor. Natürlich konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, was das Bundesamt für Aufgaben hat. Bei den Antworten konnte ich mir das Lachen nicht wirklich verkneifen. Ganz besonders als Hagen Ulrich schilderte, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die die ganze Geschichte wirklich glauben. Die sich über Verschwendung von Steuergeldern beschweren und Umfragen auf der Straße beantworten, weil sie sich keine Blöße geben wollen.

Nach dem leckeren Frühstück und dem schnellen Zusammenpacken in der WG fuhren wir zum Messegelände. Heute war etwas mehr los, das merkten wir schon bei der Anfahrt zum Messegelände und freuten uns sehr, dass wir gleich auf den Presseparkplatz abbiegen konnten. So konnten wir das Stop-and-Go zum Besucherparkplatz umgehen.

Mit unserer kleinen Tochter im Schlepptau konnte ich gleich durch das Pressezentrum durch, während Markus den normalen Weg gehen musste. Aber wir fanden uns sehr schnell wieder und stürmten die Halle 1. Nun gut, wir liefen relativ langsam und schlenderten eher. Aber der Schlendergang verging uns dann langsam. 93.000 Besucher zählte die Manga-Comic-Convention, welche seit dem letzten Jahr ihre eigene Halle auf der Buchmesse in Leipzig füllt. Die einen werden sagen – wie schade. Die anderen jedoch sind vielleicht ganz froh, dass sie den Trubel nur dann erleben „müssen“, wenn sie sich dafür begeistern können.

Wir gingen auch nur in die Halle hinein, weil wir einen der insgesamt 284 Aussteller besuchen wollten. Unsere Bekannte Yumkeks, eine Zeichnerin, hatte auch in diesem Jahr hier einen Stand und wir wollten wenigstens kurz „Hallo“ sagen. Allzulange blieben wir jedoch nicht, sondern liefen weiter durch die Halle. Bei einem Kaffee sammelten wir mit den Augen unzählige Eindrücke. Hauptsächlich die Kostüme hatten es uns angetan. Und wie auch im vergangenen Jahr beeindruckten uns all die Kostüme, die liebevoll und detailreich ausgearbeitet waren – wo man die Arbeit, die drin steckt, auch sieht. Und wie auch im letzten Jahr stellten wir uns öfters mal die Frage „Muss das jetzt sein?“ Denn nicht alle Kostüme waren an ihren Trägern gut anzuschauen, würden bei anderen vielleicht viel besser wirken oder wären vielleicht lieber nie entstanden.

Nach der Kaffeepause ging es weiter in Halle 2, wollte ich mich doch über Kinderbücher informieren. Und wo, wenn nicht in Halle 2, würde das Gelingen. Der Plan war gut, die Ausführung jedoch nicht. In Halle 2 wimmelte es von Schulkindern aller Altersstufen, von Lehrern und Eltern und war dementsprechend total voll. Ich hätte mich gern bei dem einen oder anderen Verlag sehr gern ausführlich informiert, hätte mir Rat geholt und auch gern das ein oder andere Buch näher angeschaut. Doch leider gelang mir das an diesem Tag nicht. Denn wir mussten feststellen, dass Rücksicht gerade hier Fehlanzeige war.

So waren die leider recht kurzen Treffen: erst mit einer meiner liebsten Freundinnen, mit Sylvia; und anschließend mit einer lieben Forumsfreundin, mit Daniela; die Highlight dieser Halle.

02_Freitag

So wuselig es hier war, Markus musste noch einmal zurück in diese Halle. Er war so lieb und besuchte für mich die Lesung von Mechthild Gläser. Denn ihr Buch „Die Buchspringer“ sollte mich als Erinnerung an diese Messe signiert nach Hause begleiten und dank Markus klappte das auch.

Währenddessen ging ich in die Halle 5, wo ich zur Autorenlounge wollte. Dort fand eine Veranstaltung von Amazon Kindle unter dem Motto „How I met my Author“ statt. 17 Autorinnen und Autoren haben, zusammen mit dem Veranstalter, zu diesem 90 minütigem exklusiven Event eingeladen. Auf 120 qm drängten sich dann die Fans, Autoren und Veranstalter. Verblüfft habe ich beobachtet, wie manche Fans sich fast rücksichtslos zu jedem Autor durchdrängten, dort die vom Autor zur Verfügung gestellten Goodies einsammelten und weiter zum nächsten drängten. Ein Gedränge und Gewusel – wohin also mit Flo?

Hier hatte ich zweimal Glück. Zum einen war der Stand von HOMER und damit Regina Gärtner zum Glück gleich nebenan. Da Flo ihre „Tante“ Regina sehr mochte, konnte ich sie gut in ihrer Obhut lassen. Als das dann nicht mehr ging, da Flo ihrer Mama vermisste, hatte ich auf einmal eine ganz liebe Bloggerin an meiner Seite. Eine, die einfach Zugriff, bei mir blieb und mir half. Ganz ohne das man sie bitten musste, einfach so. Ich war überrascht und auch glücklich, in dem Moment nicht allein zu sein. Vielen Dank an Clarodeluna Fantastische Bücherwelt J

Aber zurück zu diesem Event. Auf Facebook konnte man über Tage hinweg Snapshots mit den teilnehmenden Autoren gewinnen und ich habe diese Aktion erst ganz am Ende mitbekommen. Zum Glück noch rechtzeitig genug, um zwei Snapshots zu gewinnen.

Zum einen mit Michelle Schrenk. Ich hab Michelle ja bereits interviewt und stehe zum Glück nach wie vor mit ihr in Kontakt. Sie ist eine so liebe und herzliche junge Frau, das ich mich riesig freute, sie endlich live und in Farbe kennenzulernen. Und sie sich scheinbar auch – zumindest wenn ich nach der Umarmung gehe, mit der sie mich begrüßte. Von ihr bekam ich eine wunderbare Widmung in mein Blanko-Buch und ein kleines Goodie, über das ich mich sehr gefreut habe.

Die zweite Autorin, mit der ich ein Foto gewonnen habe, war Miranda J. Fox. Sie wird auch an der LoveLetter-Convention in Berlin in diesem Jahr teilnehmen und ich werde sie im Vorfeld interviewen. So war das gemeinsame Foto natürlich eine tolle Sache, um das Interview zu gestalten. Über eine Widmung in mein Blanko-Buch und das liebe Goodie-Bag das alle ihre Gewinner bekamen, habe ich mich riesig gefreut.

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Nun wurde es Zeit – ich brauchte einen Kaffee. Aber erst einmal hieß es Markus und Flo zu finden. Die beiden hatten sich zurückgezogen, da Flo gefüttert werden wollte. Was Markus mir dann erzählte machte mich traurig. Warum wird man doof angeschaut, wenn man sein weinendes Kind tröstet? Wenn man schnell eine Flasche anmischt und da mal kurz das Kind weinen lässt bzw. lassen muss? Man hat ja nur zwei Hände? Und warum wird man blöd angeschaut oder muss dumme Kommentare ertragen, wenn mal ein Gläschen oder eine Flasche füttert und dazu an den Tisch setzt? Immerhin stille ich nicht öffentlich sondern gebe die Flasche.

Aber Menschen kann man nicht ändern und so machten wir uns auf den Weg zu Halle 3 – Kaffeepause mit Kristina Günak und Claudia. Einer der wohl schönsten Momente dieses Messetages und für uns alle drei ein Highlight, Kristina wiederzusehen.

Der letzte Punkt des heutigen Tages war das Bloggertreffen des Random House-Verlages. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, dort „meine“ Kontakt vom Verlag zu treffen und mich mit anderen Bloggern auszutauschen. Doch ehrlich gesagt war ich danach traurig, überrascht, entsetzt und auch glücklich.

Entsetzt und traurig darüber, wie wenig Rücksicht auf einen Kinderwagen genommen wird. Wir mussten die Erfahrung machen, das der Kinderwagen als störend empfunden wurde, zur Seite gestoßen wurde und gerade mein Mann angepöbelt wurde. Warum verändern sich Menschen, wenn es scheinbar etwas kostenlos geben würde? Ist es wirklich so wichtig, zu einem Autoren durchzukommen und dabei einen Kindenwagen fast umzustoßen? Kann man nicht die drei Schritte weiter gehen, nur wenige Sekunden verlieren, aber so wenigstens Rücksicht zu nehmen?

Überrascht war ich von der Vielzahl der Blogger, die sich dort tummelten. Überrascht auch von der Vielzahl der Autoren, die dort ihren Lesern Rede und Antwort standen, Bücher signierten und für Fotos zur Verfügung standen.

Mir war ein wenig die Lust und die Freude vergangen – aber eines wollte ich dann doch unbedingt: Ich wollte in das von mir mitgebrachte Buch „Ismaels Orangen“ eine Signatur von Claire Hajaj. Die israelische Autorin zu finden, gestaltete sich als etwas schwieriger. Aber gemeinsam mit Tintenelfe, einer weiteren netten Bloggerin die ich kennenlernen durfte, gelang es mir doch und mein Wunsch wurde erfüllt. Ich war glücklich J Und Claire Hajaj entpuppte sich als eine außerordentlich sympathische und herzliche Autorin, die sich in der Aufmerksamkeit ihrer Leserinnen sonnte. Man merkte ihr an, dass sie Spaß daran hatte, zu signieren und für gemeinsame Bilder zur Verfügung zu stehen.

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Um 18 Uhr verließen wir an diesem Tag die Leipziger Buchmesse und traten die Heimreise nach Dresden an. Es ging nicht ohne Probleme, wir hatten in Nossen Stau, aber kurz nach 20 Uhr hatten wir es dann geschafft. Endlich zu Hause.

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