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Das Geschenk von Sebastian Fitzek

„Der Mensch ist von Natur aus böse. Er tut das Gute nicht aus Neigung, sondern aus Sympathie und Ehre.“ Immanuel Kant

Dieses und drei (bzw. vier) weitere Zitate bilden den Anfang des Buches von Sebastian Fitzek. Mein erster Gedanke: Das verheißt nichts Gutes! Und so beginnt das erste Kapitel der Rahmenhandlung mit krassen Worten. Milan, so der Name des Protagonisten, ist im Knast und wird dort von Mithäftlingen aufs übelste traktiert. Warum das so ist und warum er überhaupt dort ist, bleibt lange ein Rätsel.

Mit Rückblenden auf verschiedene Zeitebenen erzählt Milan seine Geschichte. Er ist Analphabet, hat eine sogenannte Alexie und ist, damit es keiner mitkriegt, zum Meister geworden diese Schwäche zu verbergen.

Eines Abends, als er mit dem Fahrrad unterwegs ist, sie er im Wagen neben ihm ein Mädchen, das einen Zettel hochhält. Er kann die Botschaft nicht lesen, doch er spürt, dass da etwas nicht stimmt – das Mädchen scheint in größter Gefahr zu sein. Mit der Verfolgung des Volvos beginnt eine nur kurze, aber intensive Reise in den Wahnsinn, seine Vergangenheit und die erlittenen Traumata.

An seiner Seite seine Freundin Andra, sein Vater Kurt und auf der anderen Seite die Besatzung des Volvos.

In typischer Fitzek-Manier führt der Autor einen mehrfach auf eine falsche Fährte, lässt einen zweifeln, die Meinung und Sichtweise ändern. Man fühlt mit dem Protagonisten mit, erlebt seine Unsicherheit, seine Hoffnungen und Ängste.

Dass alles irgendwie miteinander zusammenhängt, man die Vergangenheit hinter sich lassen kann und sie doch bis in die Gegenwart strahlt, geben diesem Thriller wieder einen spannungsgeladenen Sog, der einen in die Geschichte hereinzieht.

Wie kein zweiter versteht es Sebastian Fitzek den Leser in die Geschichte zu ziehen, zwischen Abscheu, Hoffnung, Vermutung das Buch kaum aus der Hand legen zu wollen.

Ob der Plot nicht an der einen oder anderen Stelle Logiklücken hat, lässt sich beim einmaligen Lesen kaum feststellen, zu verwoben ist die Geschichte. Am Ende ist es eine super Unterhaltung, dieses Buch namens „Das Geschenk“, in dem es unter anderem um ein Buch des gleichen Namens geht und um ein tatsächliches Geschenk, das Milan von einem alten Mann erhält.

Na, macht das Lust auf mehr? Also ich empfehle es klar weiter, fünf von fünf Sternen. Man sollte aber Thriller mögen und einen robusten Magen haben.

Daten:
Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Das Geschenk
Genre: Psychothriller
Herausgeber:‎ Droemer HC (Oktober 2019)
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
ISBN: 978-3426281543

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