Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Leipziger Buchmesse 2015 – Partnerland Israel: Ein Land der Gegensätze

Israel – das Partnerland der diesjährigen Leipziger Buchmesse – ist ein Land der absoluten Gegensätze. Beeindruckend und berührend auf Grund seiner Geschichte und der, wie mein Freund sagt, wunderbaren Landschaft.

Israel – the partner country of this year’s Leipzig book fair – is a country of absolute opposites. It’s impressive and touching because of its history and the, as my friend says, wonderful landscape.

Israel – ein Land, mit dem ich mich bis zum heutigen Tag – wie ich zugeben muss, noch nie intensiv auseinander gesetzt, beschäftigt habe.

Israel – a country with which I didn’t busy myself too intensely down to the present day – as I must admit.

Und das, obwohl mein Freund bereits dreimal in diesem Land war und wir auch, im sportlichen Bereich, Bekannte dort haben. Bekannte, Freunde, mit denen wir leiden wenn Unruhen in dem Land sind, die ja leider an der Tagesordnung sind. Unruhen, mit denen sie schon stoisch umgehen, da sie eh nichts daran ändern können. Unruhen, die Alltag für sie sind.

CIMG1911And, although my friend visited this country three times and we have acquaintances and friends there from sport. Acquaintances and friends with whom we suffer when there are unrest in the country, which unfortunately are commonplace. Unrest, which they deal with stoically – because they can’t change them anyway. It’s an everyday disturbance for them.

Die Leipziger Buchmesse war für mich ein Grund, mich ein wenig mehr mit der israelischen Literatur zu beschäftigen, mich ein wenig mehr für Autoren aus diesem Land zu interessieren.

The Leipzig book fair was a reason for me to occupy myself a little more with Israeli literature and writers from Israel.

Überraschend lang die Liste der „neuhebräischer Schriftsteller“ die Wikipedia bei meiner Internet-Recherche ausgab. 160 Namen, von denen mir gerade mal 2 Namen etwas sagen: die Lyrikerin Leah Goldberg und der ungarisch-israelischer Schriftsteller Ephraim Kishon. Allerdings: sie sagen mir auch nur etwas, gelesen habe ich bisher von ihnen noch nichts.

Surprisingly long is the list of “new Hebrew authors” on Wikipedia that I found during my researches in the internet. 160 names from which only two I heard of them before: The poet Leah Goldberg and the Hungarian-Israeli writer Ephraim Kishon. However, I heard about them, but never read something from them.

Dabei gibt es sogar einen israelischen Literaturnobelpreisträger. 1966 erhielt Samuel Joseph Agnon (1888 – 1970) die Auszeichnung für seine Erzählung „In der Mitte ihres Lebens“ mit der Begründung „für seine tiefgründige charakteristische Erzählkunst mit Motiven aus dem jüdischen Volk“. Dieses Buch ist nun im Suhrkamp Verlag (Jüdischer Verlag) erstmals auf Deutsch erschienen.

There is even an Israeli Nobel Prize winner for Literature. In 1966 Samuel Joseph Agnon (1888 – 1970) was awarded for his story (Bidmi jameha – German: In der Mitte ihres Lebens) with the explanation “for his profound characteristic narrative art with motifs from the Jewish people”. This book is now published the first time in German by the Suhrkamp (by the way, a Jewish publisher).

Mich hat brennend interessiert, was israelische Leser bevorzugen. Welche Art Literatur findet sich in ihrem Bücherschrank? Welche Autoren mögen sie, und lesen sie auch einheimische Autoren?

I had a burning interest what Israeli readers prefer. Which kind of Literature is to be found in their bookcases? Which writers they like, are they reading also local authors?

Ich hatte das große Glück, dass mein Partner Freunde hat, die solche Fragen ohne zu zögern beantworten. Und dafür bleibt mir nur תודה zu sagen – das hebräische Wort für Danke.

I was lucky that my partner has friends who answered my questions without hesitation. And for that I only can say תודהthe Hebrew word for thank you.

Auf eines kommen alle Antworten heraus: die meisten Bücher, die in Israel gelesen werden, sind englischsprachige Autoren – meist aus den USA.

One thing came out from all the answers: most of the book read in Israel are from English-language authors – mostly from the US.

So schrieb mir Faigie „…Ich lese meist romantische Bücher. Das letzte was ich gelesen habe war von Samantha Young, ich lese alle ihre Bücher. Ich lese nur in Englisch, kaum auf Hebräisch und die meisten Autoren, die ich lese, sind aus den USA oder Großbritannien.“

So Faigie wrote to me: „…most what I read are romantics. The last book I read was of the author Samantha Young; I read all of her books. I only read in English, barely in Hebrew and most authors I read are from the U.S. or UK. …”.

David meinte „ … Um ehrlich zu sein, ich bin nicht so der Leser, zu beschäftigt bei der Armee. Ein paar Hits hier und um die Welt waren „Son of hamas“ und „Start up nation“, beide sehr empfehlenswert.“

David said „To be honest I’m not to much of a reader, too busy with the military. A few big hits here and around the world were “Son of Hamas” and “Start up nation” – highly recommend them both”.

Und Ayelet schrieb sogar eine sehr lange und ausführliche Antwort. „Ich kann dir sagen, dass die meisten englischsprachigen Autoren aus den USA sind. Die beliebten israelischen [-sprachigen] Autoren sind alle aus Israel (da sie abhängig vom Hebräischen sind). Viele populäre hebräische Bücher sind übersetzte Amerikanische Bücher, die „Hunger Games“ und „Divergent“ sind beides beliebte Serien in Englisch. Was mich angeht, ich bin ein riesen Fan von Jodi Picoult und Ken Follet, beide kommen in Israel heraus sobald sie veröffentlicht sind, werden aber nicht ins Hebräische übersetzt.“

And Ayelet even wrote a very long and detailed answer. “I can tell you most of the popular English authors are from USA. The Israeli popular authors are all from Israel (since they are dependent on the Hebrew). Many popular Hebrew books are popular American books that were translated, the ‘hunger games’ and ‘divergent’ were both popular series in English. As for me personally, I am a huge Jodi Picoult and Ken Follet fan, both come to Israel as soon as they are published but are not translated into Hebrew.”

Zuletzt beantwortete Yonah meine Frage „…Ich würde sagen, Israelis lesen genau wie Leute anderswo. Alle wichtigen Autoren werden übersetzt –CIMG1870 von Kinderbüchern bis zu Kochbüchern. Wie überall ist es ein harter Kampf, die Menschen weg vom Bildschirm zu kriegen und ein Buch zu öffnen. Mein letztes Buch war das ESPN-Magazin Januar. Es gibt eine große lokale israelische Buchbranche. Die Leute die ich kenne liebe es Liebesdramen und romantische Bücher zu lesen.“

Lastly Yonah answered my question “I would say Israelis read like anywhere else. The main authors are translated – from children books to cooking books. Like anywhere else, it’s a fighting battle to keep people away from the screen and to open a book. My last book was the ESPN magazine January. There is a major Israeli book industry. That people read, I would say, love drama and romance.”

Andersherum habe ich mir dann die Frage gestellt, welche Bücher ich kenne, die von israelischen Autoren stammen und / oder in Israel spielen. Das Ergebnis war für mich erschreckend: Ich kenne gerade mal ein einziges Buch, das beide Kriterien erfüllt und zwar ist es „Über uns die Nacht“ aus der Feder von Anat Talshir. Ein Buch, das mich auf Grund des Themas und der Sprachgewalt sehr überrascht und bewegt hat.

The other way round, I asked myself the question, what books I know that originate from Israeli authors and / or play in Israel. The result way terrifying for me: I know just a single book that meets both criteria and that is “If I Forget Thee” written by Anat Talshir. A book that moved and surprised me because of its topic and eloquence.

Ich hatte, im Vorfeld zur Leipziger Buchmesse, das große Glück, Anat Talshir interviewen zu dürfen und war begeistert von Ihren Antworten und ihrer sympathischen Art, die dadurch dem Leser vermittelt wird. Nun bin ich sehr gespannt, ihr auf der Leipziger Buchmesse auch noch live gegenüber zustehen, vielleicht ein paar Worte mit ihr reden zu können.

Prior to the Leipzig book fair I had the great fortune to interview Anat Talshir and I was enthusiastic about her answers and her friendly nature that was thereby shown to the reader. Now I’m very curious meeting her face-to-face on the Leipzig book fair and maybe able to talk a few words with her.

Was ich mir von der Buchmesse erwarte? Ich hoffe, noch den einen oder anderen Buchtipp zu dem Thema Israel zu bekommen, die eine oder andere Leseanregung mitzunehmen. Denn dafür ist die Buchmesse ja da.

What do I expect from the book fair? I hope to get even one or another book tip on the subject of Israel, take with me one or the other reading suggestions. That’s the book fair for.

Wir sehen uns im Bücherland
Liebe Grüße
Eure Katja

See you in the books land J
Best wishes
Your Katja

Fotos Israel: Markus Schulze
Übersetzung: Markus Schulze

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